Armut wächst: Nachfrage nach Pessach-Essenspaketen steigt

Dienstag, 5. April 2011 |  ih Redaktion

Laut der größten israelischen Tafel Leket (dt. „Auslese“), die Essen an Bedürftige verteilt, hat sich die Nachfrage nach Essens-Hilfspaketen für Pessach im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Die Organisation ist nach dem Gebot der Thora benannt, das besagt, man solle auf dem Feld einen Teil der Ernte für die arme Bevölkerung zurücklassen. Fast 250 Freiwillige haben sich am Montag im Leket-Lagerhaus im Außenbezirk von Ra‘anana versammelt, um 5.400 Körbe mit Lebensmitteln vorzubereiten. Diese werden dann in den nächsten drei Tagen an Hilfsorganisationen im ganzen Land übergeben und zu Pessach verteilt. Im letzten Jahr waren es 2.800 Körbe. Der Wert der einzelnen Körbe liegt je nach Größe zwischen 80 und 120 Schekel (ca. 16 - 24 Euro).
Einer Studie des Staatlichen Sozialiversicherungsinstituts zufolge sind immer mehr israelische Familien von Armut betroffen. Besonders seit der Wirtschaftskrise 2008 sind die Zahlen stark gestiegen. Die Studie besagt zudem, dass 435.100 Familien und 1.774.800 Israelis 2009 unter der Armutsgrenze lebten. Im Vergleich dazu lag die Zahl 2008 bei 1.651.300. Davon waren 783.600 (2008) und 850.300 (2009) Kinder. Einer der Helfer, der Student Levi Ben-Baruch, sagte, dass „das Geben ein elementarer Teil der jüdischen Kultur und Identität ist“. Ein anderer Freiwilliger wünscht sich, dass dies nicht nur die Aufgabe von privaten Unternehmungen wäre, sondern, dass auch die Regierung mehr Initiative für Israels arme Bevölkerung zeige.

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