Palästinensischer Politiker: Staatsgründung um ein Jahr verschieben

Mittwoch, 20. Juli 2011 |  Nettanell

Der palästinensische Politiker Nabil Amr hat dazu aufgerufen, die für September geplante Gründung des Staates Palästina um ein Jahr zu verschieben. Er befürchtet, dass die einseitige Ausrufung dieses Staates die Beziehungen der Palästinenser zu den USA und zur Europäischen Union belasten wird. Amr ist der erste prominente Palästinenser, der öffentlich auf Distanz zu den Plänen der Palästinenserführung geht. Amr gehört der Fatah-Partei an. Auf ihn wurden schon zwei Anschläge verübt, vermutlich von radikalen Islamisten. Der frühere Informationsminister erklärte gegenüber Journalisten, die Palästinensische Autonomiebehörde habe mit ihrem Vorhaben, von der UNO die Anerkennung eines Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 zu verlangen, einen hohen Baum erklommen. Nun habe sie Schwierigkeiten, davon ohne Schaden herunterzusteigen, so Amr. Er werde Präsident Abbas bei der nächsten Sitzung des PLO-Zentralkomitees zur Verschiebung raten. Ein besseres Klima bei der Aufnahme von neuen Friedensgesprächen sei im Interesse der Palästinenser. Die geplante Staatsgründung wird von Israel, den USA und vielen europäischen Staaten kritisch gesehen. „Das ist eine Sackgasse“, kommentierte ein israelischer Regierungsvertreter, „der einzige Weg zum Frieden sind direkte Verhandlungen zwischen Palästinensern und Israelis.“

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