Armeeoffizier zielt auf Zivilisten – Militärpolizei ermittelt

Donnerstag, 21. Juli 2011 |  Tommy Mueller

Die israelische Militärpolizei hat Ermittlungen gegen einen Offizier eingeleitet, der während eines Einsatzes im sogenannten Westjordanland sein M16-Gewehr an den Kopf eines unbewaffneten Palästinensers hält. Ein Video, das den Vorfall zeigt, wurde im Internet veröffentlicht und sorgt jetzt für kontroverse Diskussionen. Der Vorfall ereignete sich bereits am 18. Juni. Bei dem betroffenen Palästinenser handelt es sich um den Taxifahrer Abu Maria, dessen Cousin von israelischen Soldaten festgenommen wurde. Nach der Festnahme wurden die israelischen Soldaten von aufgebrachten Dorfbewohnern umringt, die nach dem Grund der Aktion fragten. In dem Video ist zu sehen, wie der Offizier die Palästinenser auffordert, sie sollten verschwinden, und schließlich zweimal demonstrativ die Waffe auf Abu Maria richtet. Der Vater von vier Kindern sagte nun gegenüber Medienvertretern, er sei durch den Vorfall traumatisiert und könne nicht länger Taxi fahren. Er unterstrich jedoch auch, das Verhalten des Soldaten sei eine Ausnahme, üblicherweise würden sie von israelischen Offizieren respektvoll behandelt. Die Dorfbewohner haben für den kommenden Freitag eine Protestaktion angekündigt. Sie fordern, die Armee dürfe einem derart aggressiven Soldaten keine Waffe in die Hand geben und ihn in sensiblen Regionen einsetzen. Ein Sprecher der Armee erklärte, wegen des möglicherweise schwerwiegenden Vorfalls sei eine Untersuchung durch die Militärpolizei angeordnet worden.

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.