Siedlungs-Außenposten „Migron“ bekommt 30 Tage Aufschub

Montag, 25. Juli 2011 |  Tommy Mueller

Drei Häuser sorgen in Israel für Schlagzeilen: Sie bilden einen Außenposten der Siedlung „Migron“ in Samaria. Weil sie angeblich illegal auf palästinensischem Boden errichtet wurden, hatte der Staat ihren Abriss angeordnet. Am Sonntag sollten die Bulldozer anrollen – doch nun gab es überraschend eine einmonatige Verschiebung. Der Staat selbst hatte beim Obersten Gerichtshof um diesen Aufschub gebeten. Die Bewohner von Migron hatten sich mit Unterstützung des Knesset-Abgeordneten Danny Danon (Likud-Partei) gegen den Abriss gewehrt. Sie argumentieren, der Staat Israel habe sie zum Bau der Siedlung ermutigt und für Zufahrtsstraßen, Strom, Wasser und Telefonanschluss gesorgt. Die Bewohner erklärten zudem, ihre Siedlung sei 1999 auf herrenlosem oder von Palästinensern gepachtetem Land erbaut worden. Seit Jahren beschäftigt Migron bereits die Gerichte. Während die Siedler das Hinausschieben des Abrisses als Teilerfolg begrüßten, gab es von den Gegnern der Siedlung scharfe Kritik. Sie hielten die Verschiebung für „inakzeptabel“ und warfen dem israelischen Staat vor, er habe sich dem Druck der Siedler gebeugt. Siedlersprecher Itai Chamo wehrte sich gegen Versuche, die Migron-Bewohner zu kriminalisieren. Ihnen gehe es nicht nur darum, den Abriss der drei Häuser zu verhindern. Vielmehr solle die ganze Siedlung endlich als legal anerkannt werden.

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