Migron-Siedler stimmen Umzug zu

Montag, 12. März 2012 |  Kerstin Braun

Die Bewohner des umstrittenen Außenpostens Migron haben eingewilligt, auf einen nahegelegenen Hügel zwei Kilometer entfernt von ihrem jetzigem Wohnort umzusiedeln. Dem Obersten Gericht zufolge wird das Land als im „Besitz privater Palästinenser“ klassifiziert. Am Sonntag haben die Bewohner die Einwilligung unterschrieben. Das neue Land gehört dem Staat. Über die letzten 18 Monate wurde der Umzug der 50 Familien (300 Menschen), die an dem Aussenposten leben, diskutiert. „Wir mussten der Umsiedlung zustimmen, sonst wäre es das Ende von Migron. Wir wollten nicht, dass unsere Kinder ein solch traumatisches Erlebnis durchleben müssen“, sagte Itay Harel, ein Bewohner. Die Häuser in Migron werden unberührt bleiben, bis der Oberste Gerichtshof entschieden hat, was mit dem Land geschieht. „Unser Traum war es, das Land Israel zu besiedeln. Wir leben hier, weil wir daran glauben, dass das Land Israel vom Volk Israel bewohnt werden sollte“, so Harel weiter.
Yariv Oppenheimer von der linksgerichteten Organisation Peace Now hatte Klage beim Obersten Gerichtshof eingereicht und die Räumung Migrons verlangt. Er wandte sich auch gegen die Verlegung der Einwohner von Migron „tief in das Herz der palästinensischen Gebiete. Der neue isolierte Wohnort geht gegen Israels Interessen und stärkt nur die extreme Siedlerminderheit“. Oppenheimer zufolge sei die Umsiedlung, nur zwei Kilometer vom alten Standpunkt entfernt, ein „Armutszeugnis für das Gericht“. Bis November 2015 haben die jüdischen Siedler Zeit, neue Häuser zu bauen.

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