Flüchtlinge fürchten Abschiebung

Montag, 19. März 2012 |  Kerstin Braun

Hunderte Flüchtlinge aus dem Südsudan haben am Samstag in Tel Aviv gegen ihre Abschiebung demonstriert. Die Protestierenden fordern die Regierung auf, mit den Deportationen zu warten bis sich die Lage im Südsudan stabilisiert hat. „Seitdem die Regierung entschieden hat, uns zurückzuschicken, lebe ich in konstanter Angst. Freunde im Südsudan, die auch nach Israel flohen, erzählten uns von den schlimmen Zuständen dort“, sagte Neka Kirba (15), die vor fünf Jahren mit ihren Eltern über die südliche Grenze nach Israel kam. Zur gleichen Zeit fand auch eine Gegendemonstration von einigen Dutzend Befürwortern der Abschiebung statt. Aussagen wie „Der Süden kollabiert, stoppt die Infiltration der illegalen Einwanderer“ und „Israel ist nicht die Antwort auf die Unruhen in Afrika“ waren auf den Plakaten zu lesen. In der letzten Woche haben 400 israelische Akademiker, Autoren und andere öffentliche Figuren eine Petition unterschrieben, die die Regierung aufruft, die Deportationen zu stoppen.
Laut der Behörde für Bevölkerung, Einwanderung und Grenzangelegenheiten leben etwa 3000 Flüchtlinge aus dem Südsudan in Israel. Im Januar meldete die Behörde, dass alle südsudanesischen Flüchtlinge Israel bis Ende März verlassen müssen, sonst drohe ihnen die Abschiebung. „Der Preis der Deportation ist das Leben der Flüchtlinge, dessen muss sich die Regierung angesichts der Gefahrenlage im Südsudan bewusst sein“, so die Flüchtlingshilfsorganisation ASSAF.

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