Kadima wählt Parteivorsitzenden

Dienstag, 27. März 2012 |  Aviel Schneider

In Israel wählen am Dienstag 95.000 Mitglieder der Kadima-Partei ihren neuen Parteiführer. Die bisherige Parteichefin Zippi Livni wird diesmal von ihrem Parteikollegen und Rivalen, Israels Ex-Militärstabschef Schaul Mofaz herausgefordert. Mofaz tendiert, sobald er gewählt wird, in die Rechtskoalition von Regierungschef Benjamin Netanjahu einzutreten, was Livni in ihrer politischen Agenda bisher ablehnt. Obwohl sich Kadima als liberale Partei in der Mitte sieht, die vor sieben Jahren aus diversen Knessetabgeordneten der rechtsorientierten Likud-Partei, sozialistischen Arbeiterpartei und säkularen Schinui-Partei (Tommy Lapid) gegründet wurde, so fehlt Kadima bis heute eine klare Identifizierung. Der Streit innerhalb der Partei hat dazu beigetragen, dass sie keine klare politische Linie hat und zwischen rechts und links pendelt.
Auch wenn sie die zweitgrößte Partei im israelischen Parlament ist, so muss Kadima dem Volk unbedingt eine deutliche Agenda vorlegen, die anders als die Likud und Arbeiterpartei aussieht. Erst recht, wenn der liberale Publizist und Sohn von Tommy Lapid, Yair, die Kadima-Wähler bei den kommenden Knessetwahlen auf seine Seite ziehen wird. Ende November 2005 wurde die Partei vom damaligen Regierungschef Ariel Scharon (Likud) gegründet, als sein einseitiger Abzugsplan aus dem Gazastreifen in seiner Partei auf Ablehung stieß. Nach dem Schlaganfall von Scharon übernahm Ehud Olmert die Parteiführung von Kadima und danach Livni. Egal wer die Parteiwahlen gewinnen wird, so droht Kadima im heutigen Format keine wahre Gefahr gegenüber Netanjahus Likud-Partei.

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