Günter Grass: „Atommacht Israel bedroht den Weltfrieden“

Donnerstag, 5. April 2012 |  IH

In Israel ist man über das Gedicht „Was gesagt werden muss“ des deutschen Literaturnobelpreisträgers Günter Grass empört, der Israel darin als größte Gefahr für den Weltfrieden beschreibt. Überdies forderte er Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, Israel nicht mit der Lieferung von weiteren U-Booten zu unterstützen, denn es könnte damit den Iran angreifen und die Deutschen wären indirekt Mithelfer in einem Krieg gegen den Iran. Der 84-jährige Schriftsteller stellt sich somit auf die Seite des Irans und schreibt, dass er nicht länger über die Heuchelei des Westens schweigen könne. In aller Welt rief sein Gedicht Empörung aus. Der Gesandte des Staates Israel in der israelischen Botschaft in Berlin, Emmanuel Nahshon, sagte, dass es kurz vor dem jüdischen Pessachfest oft vorkomme, dass die Juden und Israel des Ritualmordes angeklagt werden. „Günter Grass’ Attacke auf Israel und seine Anschuldigungen des jüdischen Staates reflektieren die Transformation des deutschen Antisemitismus in den letzten Jahren“, sagt Dr. Efraim Zuroff, der Direktor des Jerusalemer Simon Wiesenthal-Zentrums und bekannter Nazijäger in der Jerusalem Post. Grass spricht stellvertretend für diejenigen Deutschen, die antisemitische Gedanken hegen, diese in Deutschland jedoch nicht äußern können und in Richtung Israel umleiten“, so Zuroff weiter. Steffen Seibert, ein Sprecher für Angela Merkel verwies auf die künstlerische Meinungsfreiheit und darauf, dass die Regierung sich nicht zu jedem Kunstwerk äußern müsse.

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