Jüdische Siedler aus Hebron evakuiert

Donnerstag, 5. April 2012 |  Michael Selutin

Trotz der offiziellen Ankündigung am Mittwoch, dass die Bewohner des „Machpelah“- Hauses in Hebron noch bis Ende April dort bleiben dürfen, wurde es noch am selben Tag von der Armee geräumt. Die Aktion kam für alle Beteiligten absolut unerwartet und es stellt sich die Frage, ob Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der eigentlich gegen eine sofortige Räumung war, überhaupt davon wusste. Außenminister Avigdor Liebermann reagierte wütend auf die Evakuierung und drohte sogar mit Koalitionsbruch. Weitere israelische Minister drückten ihre Unterstützung für die Siedler aus und forderten, die Entscheidungsgewalt über Siedlungsfragen in die Hände des Verteidigungsministeriums zu legen. Netanjahu hingegen versuchte zu beschwichtigen: „Lasst uns hier nicht übertreiben, es geht nur um ein einzelnes Haus und nicht um die Siedlungspolitik allgemein, wir werden uns mit angemessener Sensibilität um diese Fragen kümmern.”
Die Bewohner des „Machpelah” Hauses, das in unmittelbarer Nähe zum Grab der Patriarchen liegt, widersetzten sich der Evakuierung nicht und sie verlief ohne Schwierigkeiten. Einer der Bewohner fasste die Aktion folgendermaßen zusammen: „Gut, dass Ehud Barak nicht zur Zeit Abrahams gelebt hat, er hätte ihm sonst den Kauf der Grabstätte verboten. Wir hoffen, dass Netanjahu seinen Verteidigungsminister unter Kontrolle bekommt und wir den jüdischen Anspruch auf die Stadt der Patriarchen festigen können.”

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