Beduinen behrrschen den Sinai

Montag, 9. April 2012 |  Aviel Schneider

Am Sonntag wurde die Gas-Pipeline zwischen Ägypten und Israel auf der Sinaihalbinsel in der Nähe von El Arisch zum 14. Mal illegal gesprengt. Die ägyptische Gaslieferung an Israel wurde schon vor wenigen Wochen aufgrund der zahlreichen Angriffe auf die Pipeline eingestellt. Heute haben die Beduinenstämme auf der Halbinsel das Sagen und nicht mehr die ägyptischen Sicherheitskräfte wie es vor einem Jahr der Fall war. Die ägyptische Übergangsregierung in Kairo versprach Israel mehrmals, die 500.000 Beduinen im Sinai in den Griff zu bekommen. Aber bisher ist es ihnen nicht gelungen. Darüber hinaus hat die palästinensische Hamasregierung einen enormen Einfluss auf die Beduinenstämme gewonnen, weil diese durch den Waffenschmuggel nach Gaza immer mehr von der palästinensischen Wirtschaft im Gazastreifen abhängig geworden ist. Auch ist die innenpolitische Situation in Ägypten vor den Präsidentschaftswahlen zu sensibel, um heftig gegen die Beduinen im Sinai vorzugehen.
Der ägyptische Militärstab hütet sich derzeit, die ägyptische Bevölkerung noch mehr zu verärgern und hält sich deswegen aus vielen Krisenzonen heraus. Die radikale Muslimbruderschaft wie auch ihre Kollegen, die Salafisten, sind gegen die Kandidatur des Geheimdienstchefs und Stellvertreter des früheren Präsidenten Husni Mubarak, Omar Suleiman. Beide Parteien drohen mit großen Aufständen in Ägypten, sollte er als Präsident gewählt werden. Insgesamt haben sich gemäß Angaben der Wahlkommission 23 Ägypter für die Präsidentschaft beworben.
Seit mehreren Wochen werden neue Strategien im israelischen Militärstab untersucht, wie in Zukunft im Sinai hervorzugehen ist, so dass die Halbinsel nicht zum Terrorherd. So meinen auch verschiedene Sicherheitsexperten, dass wenn die Lage auf der Sinai-Halbinsel zu gefährlich wird, die UN-Truppen (MFO) einen Abzug in Erwägung ziehen.

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