Ägyptische Kopten pilgern zum ersten Mal nach Jerusalem

Dienstag, 10. April 2012 |  Michael Selutin

Dieses Osterfest ist für die Kopten in Ägypten ein sehr trauriges, da sie in ihrem Land schrecklichen Verfolgungen ausgesetzt sind. Ein Lichtblick jedoch ist, dass es ihnen diese Jahr zum ersten Mal möglich war, nach Jerusalem zu pilgern. Der vor einigen Wochen verstorbene koptische Papst Schenouda III. hatte ein Reiseverbot nach Israel verhängt, um gegen die „Besatzung“ dort zu protestieren. Nach seinem Tod machen sich jetzt täglich hunderte koptische Christen nach Jerusalem auf, es wurde sogar eine eigene Fluglinie organisiert, die direkt von Kairo nach Tel Aviv fliegt.
Innerhalb der koptischen Kirche ist nun eine Diskussion entbrannt, ob das Verbot des verstorbenen Papstes noch gilt, und ob die Kirche ihren Mitgliedern solche Dinge überhaupt vorschreiben darf. Die europäischen Kopten bestätigten das Verbot jedoch und halten den Boykott Israels aufrecht.
Als nun etwa hundert Pilger die St. Helena Kapelle (der koptische Teil der Grabeskirche) besuchen wollten, wurde ihnen von den Priestern dort der Zugang verweigert. „Wir haben ihnen weder erlaubt zu beten, noch ihr fasten zu brechen. Das machte sie so wütend, dass sie uns angreifen wollten“, sagte der Priester Mesaael einer ägyptischen Nachrichtenagentur.

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