Untersuchung: Israelischer Soldat schlägt dänischen Aktivisten

Dienstag, 17. April 2012 |  Aviel Schneider

Die Bilder eines ranghohen Militäroffiziers, der einem dänischen Demonstranten den Kolben seines Gewehres ins Gesicht schlägt, machen im Ausland wie auch im Land große Schlagzeilen. Die Auseinandersetzung geschah am letzten Samstag als internationale und palästinensische Aktivisten der antisemitischen Organisation „ISM“ (International Solidarity Movement) in den so genannten besetzten Gebieten im Raum von Jericho gegen die „israelische Eroberung“ protestierten, die die Bewegungsfreiheit der Palästinenser einschränkt.
Die israelische Regierung, darunter Regierungschef Benjamin Netanjahu und sein Verteidigungsminister Ehud Barak wie auch Staatspräsident Schimon Peres verurteilten das Verhalten des israelischen Oberleutnants Schalom Eisner. „Solch ein Verhalten gehört nicht zu den Werten der israelischen Armee und muss daher heftig bestraft werden.“ Für die Zeit der Untersuchung wurde der israelische Offizier suspendiert, dann soll er vor dem Militärgericht angeklagt werden. Die Palästinenser wollen der israelischen Armee den vollen Filmstreifen zur Verfügung stellen, um jeden Verdacht zu nehmen, dass der Film geschnitten wurde. Die israelischen Medien haben in der Zwischenzeit auch Bilder veröffentlicht, auf dem einer der Demonstranten mit einem Messer in der Hand im Streit mit einem israelischen Soldaten zu sehen ist.
„Ausländische pro-palästinensische Demonstranten lieben ihre Einsätze im Land gegen Israel, sie sind spannend und relativ ungefährlich“, sagte ein israelischer Offizier aus derselben Einheit zu Israel Heute. „In Israel halten wir uns bei solchen Protesten zurück, nicht so in den arabischen Ländern um uns herum. Für die 10.000 ermordeten Syrer zeigt kein europäischer Aktivist jeglichen Mut!“ Der jetzt angeklagte Schalom Eisner hat vor mehreren Monaten während seines Dienstes im so genannten Westjordanland einer palästinensischen Mutter geholfen, ihr Baby zu gebären. In den Medien hat er zugegeben, dass er den Demonstranten nicht mit dem Gewehr hätte schlagen sollen. Im Gegensatz zu den anderen Ländern in dieser Region wird Israel nach der Wahrheit forschen und den Offizier bestrafen, falls er falsch reagierte.

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