Ägypten kündigt Gaslieferung nach Israel

Montag, 23. April 2012 |  Michael Selutin

Ägypten hat gestern offiziell die Gaslieferung nach Israel eingestellt, so die Zeitung Al Arabia. Nachdem die durch den Sinai verlaufende Pipeline wiederholt durch Sabotage beschädigt wurde und die Gaslieferung nach Israel aus ideologischen Gründen ein Dorn im Auge vieler Ägypter sowie Araber weltweit war, ist jetzt offiziell Schluss damit. Die Firma Ampal, die die Gasversorgung organisiert, wird nun versuchen, rechtliche Schritte gegen den Vertragsbruch Ägyptens einzuleiten.
Für Israel, das 40 Prozent seiner Elektrizität aus Gas herstellt (davon fast die Hälfte mit Gas aus Ägypten), ist die Einstellung der Gaslieferung ein schwerer Schlag. Schon letztes Jahr wurde die Pipeline 14 Mal von Terroristen beschädigt, was den Strompreis in Israel um 20 Prozent steigen ließ.
Der Vertrag über die Gaslieferungen war ein wichtiger Faktor der Camp David Friedensgespräche zwischen Israel und Ägypten im Jahre 1979. Im Gegenzug verzichtete Israel auf einige lukrative Ölfelder im Sinai, die an Ägypten fielen. Seit die Muslimbruderschaft und andere islamistische Parteien die Mehrheit im ägyptischen Parlament stellen, können anti-israelische Tendenzen frei geäußert und, wie es scheint, auch umgesetzt werden. Die Einstellung der Gaslieferung ist nur ein weiterer Schritt im Zerfall der ägyptisch-israelischen Beziehungen.

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