Weniger Israelis wollen in die USA

Freitag, 27. April 2012 |  Aviel Schneider

Immer weniger Israelis wandern von Israel in die Vereinigten Staaten aus. Angaben des Israelischen Statistikbüros zufolge sind im Jahr 2011 35 Prozent weniger Israelis in die USA übergesiedelt, nur 3826 Israelis gegenüber knapp 5000 bis 6000 in den vorigen Jahren. Die rückläufigen Auswanderungszahlen in die USA sind ein Indiz für die schwache Wirtschaft in Nordamerika. Über Jahre hinweg bestanden für israelische Akademiker viel größere Aussichten in den USA als in Israel, was viele Israelis nach Nordamerika gezogen hat. Die Motivation, von Israel in andere Länder auszuwandern, liegt meist in finanziellen Vorteilen begründet; wenn dort die wirtschaftschaftliche Lage allerdings auch nicht besser ist als in Israel, besteht kein Grund mehr dafür. Gemäß dem jüdischen Jahreskalender 2010-2011 haben zur selben Zeit 4000 amerikanische Juden Alija nach Israel gemacht. „Nach vielen Jahren sind zum ersten Mal mehr Juden aus den USA nach Israel eingewandert als Israelis in die USA“, sagte der Tel Aviver Rechtsanwalt Liam Schwartz, der sich um israelische Immigrationsfälle in die USA kümmert. Das erste, worum sich der Israeli in den USA bemüht, ist die Greencard, die ihm die Arbeitserlaubnis im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ eröffnet. Viele junge Israelis gehen nach ihrem Armeedienst in die USA und arbeiten dort (oft auch illegal) in den großen Einkaufszentren an Stehbuden, wo sie Hautpflegecremes vom Toten Meer, wie Ahava, verkaufen. Diese Arbeit, mit der sie viel Geld verdienen, machen sie für ein bis zwei Jahre. Danach fliegen sie zurück nach Israel oder verlängern ihren Aufenthalt ganz offiziell, falls sie bis dahin in den Besitz einer Greencard gekommen sind.

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