Bitte öffnen Sie ihre Koffer – und ihre E-mail!

Freitag, 8. Juni 2012 |  Michael Selutin

Israelische Sicherheitsbeamte am Ben Gurion Flughafen haben einen neuen Weg zur Identifizierung von gefährlichen Einreisenden gefunden: Sie bitten verdächtige Personen, ihre persönlichen E-Mails zu öffnen, um zu sehen, ob sie an pro-palästinensischen Aktivitäten beteiligt sind.
Vor kurzem wurde der Fall der Amerikanerin Sandra Tamari mit palästinensischem Familienhintergrund bekannt. Ihr wurde bei der Einreise am Flughafen ein Laptop vorgehalten, in den sie sich einloggen sollte, damit die Beamten einen Blick auf ihre privaten E-Mails werfen konnten. Als sie sich weigerte, wurde ihr die Einreise nach Israel verweigert. So wie ihr erging es in den letzten Wochen mehreren Amerikanern arabischer Abstammung, denen die Einreise ebenfalls nicht erlaubt wurde.
Ziel der E-Mail Durchsuchung sind fast ausschließlich Moslems arabischer oder indischer Herkunft. Wenn es um Sicherheit geht, hat Israel schon lange Menschen anhand ihrer ethnischen Herkunft besonders behandelt. Aus schmerzlicher Erfahrung weiß man in Israel, dass fast nur Moslems Terroranschläge durchführen und dass es nichts bringt, andere Gruppen so sehr unter die Lupe zu nehmen. Dieses „Rassenprofil“ wird von linken Aktivisten natürlich als rassistisch kritisiert, aber Israels Sicherheitsexperten nennen die Praxis ein notwendiges Übel, das durch Israels prekäre Sicherheitslage notwendig ist.
Es ist allerdings nicht ganz klar, ob die Durchsuchung von privaten E-Mails überhaupt legal in Israel ist. Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet erklärte, diese Praxis sei legal. Andere Organisationen und Anwälte behaupten das Gegenteil und das Justizministerium schweigt bisher dazu.
Jedoch haben Moslems nicht prinzipiell große Probleme bei der Einreise nach Israel, denn nach Angaben der Flughafenbehörde kommen täglich tausende Moslems nach Israel. Nur diejenigen, die weitere verdächtige Merkmale aufweisen, werden herausgefiltert.

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