Bericht über Karmelbrand veröffentlicht

Freitag, 22. Juni 2012 |  Michael Selutin

Ein Komitee, das nach dem verheerenden Feuer im Karmelgebirge im Dezember 2010 ins Leben gerufen wurde, hat seinen Bericht über die Ursachen des Brandes und Fehler während der Brandbekämpfung vorgelegt. Ein Team von 30 Mitarbeitern hat ein 506 Seiten langes Dokument erarbeitet, das nicht mit Schuldzuweisungen spart. Besonders Finanzminister Juval Steinitz und Innenminister Eli Jischai stehen unter heftiger Kritik.
Finanzminister Steinitz wird vorgeworfen, die dringend benötigten Finanzmittel der Feuerwehr an langfristige Reformen zu knüpfen. Da diese ausblieben, war die Feuerwehr nicht ausreichend ausgestattet. Innenminister Jischai habe es versäumt, die Verantwortung für den unzureichenden Zustand zu übernehmen.
Versäumnisse reichen bis zu Premierminister Benjamin Netanjahu, der als Regierungschef letztlich die Verantwortung für solch wichtige Fragen wie Brandbekämpfung trägt. Ein seltenes Lob in dem Bericht geht jedoch an ihn, da er schnell handelte und internationale Hilfe organisierte, ohne die das Feuer noch verheerendere Ausmaße angenommen hätte.
Bei der Feuerkatastrophe im Karmelgebirge starben 44 Menschen, 37 davon waren Gefängniswärter, die sich in einem Bus auf dem Weg befanden, Gefängnisinsassen zu evakuieren. Die Zerstörung durch das Feuer verursachte Schäden in Millionenhöhe, etwa 1,5 Millionen Bäume und 5000 Hektar Land verbrannten.
Der Bericht zeichnet ein desolates Bild der israelischen Feuerwehr. Es fehle an allem Notwendigen. Die Verantwortlichen wussten angeblich Bescheid, ergriffen jedoch nicht genügend Maßnahmen. Bei so vielen Verantwortlichen lässt sich die Schuldfrage allerdings nicht eindeutig ermitteln, ebenfalls unklar ist, wer solche Tragödien in Zukunft vermeiden soll. Sämtliche in dem Bericht angeführten Personen und Ministerien wiesen eine Hauptschuld an der Katastrophe zurück, erklärten jedoch, aus ihren jeweiligen Fehlern gelernt zu haben.

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