Steinwürfe und Sirenengeheul zum "Tag der Katastrophe"

Donnerstag, 16. Mai 2013 |  Tommy Mueller

In den Palästinensergebieten und den angrenzenden arabischen Staaten haben am Mittwoch Tausende den Nakba-Tag ("Katastrophen-Tag") begangen. Er erinnert an die Staatsgründung Israels. In größeren palästinensischen Städten heulten 65 Sekunden lang die Sirenen - eine Sekunde für jedes Jahr der Existenz des jüdischen Staates. Die Palästinensische Autonomiebehörde hatte zu einem Generalstreik aufgerufen. Am Nachmittag kam es - wie schon in den Vorjahren - zu heftigen Zusammenstößen zwischen palästinensischen Jugendlichen und der israelischen Armee. Die Palästinenser warfen Steine auf die Soldaten. Dadurch wurden in Jerusalem zwei Polizisten und zwei Passanten leicht verletzt. Gewalttätige Auseinandersetzungen gab es auch am Kalandia-Grenzübergang im Norden Jerusalems, in der Nähe von Bethlehem und östlich von Ramallah. Bei Hebron wurden vier israelische Soldaten verletzt, nachdem ihr Fahrzeug von Randalierern in Brand gesteckt worden war.

Einige Palästinenser versuchten, das Gelände "E1" zu besetzen. Dort soll zwischen Jerusalem und Ma'ale Adumim ein neues jüdisches Wohngebiet entstehen. Armee und Grenzpolizei verhinderten, dass die Palästinenser dort Bäume pflanzten und ihre Flaggen aufstellten. Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas hielt eine Fernsehansprache. Darin unterstrich er, dass die Palästinenser nicht von ihrer Forderung nach einem eigenen Staat mit der Hauptstadt Jerusalem abweichen werden. Israel müsse sich auf die Grenzen von 1967 zurückziehen.

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