Abbas: 120 Terroristen freilassen – dann wird verhandelt

Sonntag, 2. Juni 2013 |  Tommy Mueller

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas fordert die Freilassung von 120 Terroristen, die in israelischen Gefängnissen inhaftiert sind. Dies sei eine Bedingung für die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen. Die USA drängt Israel, auf Abbas einzugehen und die Freilassung der Straftäter ernsthaft in Betracht zu ziehen. Doch in der Bevölkerung regt sich Widerstand: Auf Abbas „Liste der 120“ finden sich Mörder, die jüdische Israelis auf bestialische Art und Weise umgebracht haben. Angehörige der Opfer warnen, die Freilassung dieser Mörder habe erneutes Blutvergießen zur Folge. Auch Verteidigungsminister Moshe Yaalon wehrt sich gegen die Forderungen des Palästinenserpräsidenten, die aber von mehreren europäischen Außenministern unterstützt werden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gerät zunehmend unter Druck.

Auf Abbas Liste findet sich beispielsweise Alu Aba Sata. Er hatte zusammen mit einem Komplizen im Dezember 1993 zwei schlafende jüdische Männer in Ramle erstochen und ihnen die Ohren abgeschnitten. Er wurde zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt. In Freiheit sähe Abbas auch gerne Issa Moussa. Auch er sitzt seit 1993 hinter Gittern, weil er an der Ermordung von drei israelischen Polizisten beteiligt war. Abbas Wunschliste enthält zahlreiche weitere Schwerstkriminelle und Terroristen. Darunter ist ein Verantwortlicher für den Bombenanschlag auf den Mahane Yehuda-Markt in Jerusalem, bei dem 1991 acht Menschen starben.

Abbas sieht Chancen für die Freilassung der Kriminellen, weil Israel bereit war, für den entführten Soldaten Gilad Schalit 1027 Häftlinge auf freien Fuß zu setzen. Darunter waren 303 „Lebenslängliche“ und 148 zu „mehrfach lebenslänglich“ Verurteilte. Der Palästinenserpräsident spricht seine Wunschliste immer wieder öffentlich an, zuletzt beim „World Economic Forum“ in Jordanien. Seit vergangener Woche liegt die Liste nun auf dem Tisch von Justizministerin Zipi Livni, die für Verhandlungen mit den Palästinensern zuständig ist. Experten für innere Sicherheit nähmen die aufgeführten Häftlinge derzeit unter die Lupe, berichtet die Zeitung „Israel Hayom“. Staatspräsident Shimon Peres, der in einem Interview auf die Abbas-Liste angesprochen wurde, erklärte zum Entsetzen vieler Israelis, man solle die Wünsche des Palästinenserpräsidenten „in einem positiven Licht“ sehen.

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