Armee verschärft Regeln für Umgang mit sozialen Netzwerken

Freitag, 7. Juni 2013 |  Nina Giesecke

Zu Beginn der Woche haben junge israelische Soldatinnen einen Skandal verursacht: Die Rekrutinnen fotografierten sich gegenseitig beim Strippen und veröffentlichten die Bilder auf Facebook. Aus dem sozialen Netzwerk fanden die Bilder der halbnackten Frauen schnell den Weg in die Weltpresse. Unmengen von weiteren unangebrachten Fotos israelischer Soldaten beiderlei Geschlechts machten in der Folge die Runde in sozialen Netzwerken. Nun hat die Armeeführung reagiert und strenge Regeln für den Umgang mit sozialen Netzwerken in Kraft gesetzt.

Ein weiterer Facebook-Skandal hatte die Armee bereits vor einigen Monaten beschäftigt: Ein Soldat hatte auf seiner privaten Seite einen geheimen Einsatz des israelischen Militärs angekündigt.Die geplante Razzia in einem arabischen Dorf musste daraufhin abgesagt werden.

Jetzt greift die israelische Armee durch: Sie formulierte neue Richtlinien für den Umgang mit sozialen Netzwerken. Im Rahmen der Neuregelung sind die Streitkräfte in drei Gruppen eingeteilt worden: Die erste Gruppe umfasst Soldaten und Offiziere, die in geheimen Sondereinheiten eingesetzt werden. Diesen Soldaten ist es strikt untersagt, ein Konto in sozialen Netzwerken zu besitzen. Die zweite Gruppe umfasst hohe Offiziere, die als Piloten oder Geheimdienstoffiziere arbeiten. Diesen Soldatinnen und Soldaten ist es erlaubt, Facebook-Accounts zu nutzen – jedoch nur unter sehr strengen Auflagen. Sie dürfen keinerlei Informationen zu ihrem Dienst veröffentlichen. Der Rest der Armee bildet die dritte Gruppe. Ihnen wird es freigestellt, Konten auf sozialen Netzwerken zu betreiben. Sie müssen jedoch alle Regeln der Verschwiegenheit und Geheimhaltung in Militärangelegenheiten beachten.

Bereits im August vergangenen Jahres begannen die Streitkräfte, ihre Soldatinnen und Soldaten im Umgang mit sozialen Netzwerken zu schulen. Der Militärgeheimdienst behält sich seitdem vor, fortgeschrittene Technologien zu nutzen, um die israelischen Soldaten zu überwachen. „Wir hacken nicht die Accounts unserer Soldaten“, zitierte ein Nachrichtensender einen Offiziellen des Militärs. „Wir beobachten lediglich die Dinge, die der Feind auch sehen könnte. Wir investieren viel in die Ausbildung unserer Soldaten. Je mehr wir ihnen die Gefahren beim Umgang mit sozialen Netzwerken bewusst machen, desto mehr werden sie es vermeiden, Geheimnisse im Internet zu verbreiten“, so der Militärsprecher.

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