Schwerverletzten syrischen Rebellen mit „Arztbrief“ nach Israel geschickt

Freitag, 14. Juni 2013 |  NAI-Redaktion

Offiziell befinden sich Syrien und Israel im Krieg, auch wenn seit Jahren die Waffen schweigen. Was sich nun ereignet hat, ist einzigartig: Ein schwer verwundeter syrischer Rebell ist in das Ziv-Krankenhaus in Sfad im Norden Israels eingeliefert worden. Bei sich trug er eine handschriftliche Notiz des syrischen Arztes, der ihn zuvor behandelt hatte. Der Brief war in einer Tasche der Uniform des Rebellen versteckt, der verletzt wurde, als er gegen das syrische Regime gekämpft hatte. Mitglieder der UN-Beobachtertruppen brachten ihn nach Israel.

Der syrische Arzt schrieb auf Arabisch: „Hallo an den ehrenwerten Chirurgen. Der Patient ist 28 Jahre alt. Er wurde durch eine Kugel verletzt, die in seiner Brust fest steckt und einige Rippen gebrochen hat. Fragmente haben die Leber und das Zwerchfell verletzt. Eine Thorakotomie (ein Einschnitt in die Brust) wurde durchgeführt, um die Blutungen zu stoppen und eine Unterleibs-Operation, um die Blutung in der Leber zu stoppen. Die Leber konnte nicht genäht werden und ein Druckverband wurde angebracht. Der verwundete Patient wurde unter Beobachtung gehalten. Seit Sonntag wurden seine Vitalzeichen und Hämoglobinwerte beobachtet. Wir glauben, dass eine weitere Bauch-Operation notwendig ist. Bitte tun sie alles, was nötig ist und Danke im Voraus.“

Auf dem unteren Teil der Notiz beschrieb der Arzt, welche Medikamente der Patient schon bekommen hatte und unterzeichnete mit seinem Namen. Im Krankenhaus in Sfad wurde der Mann erneut operiert, um die Leber und das Zwerchfell zu behandeln und um Flüssigkeit im Brustbereich zu entfernen. Sein Zustand sei immer noch ernst, jedoch stabil, gab das Krankenhaus bekannt.

„Ein Bürgerkrieg ist eine komplizierte Sache. Obwohl wir als ihr Feind bezeichnet werden, spricht es sich herum, dass man in Israel gute medizinische Hilfe bekommen kann,“, erklärte Dr. Oscar Ambon, Leiter des Ziv Krankenhauses. Seit dem Beginn des syrischen Bürgerkrieges sind dort 20 Syrer behandelt worden. Die Grenze ist nur wenige Kilometer entfernt.

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