„Hört auf, unsere Kinder mit dem Holocaust zu schocken“

Dienstag, 2. Juli 2013 |  NAI-Redaktion

Mehr als 1200 Pädagogen haben eine Konferenz in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Lehrer den Jugendlichen von heute die Erinnerung und das Erbe des Holocausts weitergeben sollen. Erziehungsminister Shay Piron (Foto) kritisierte die derzeitigen Unterrichtsmethoden. Seiner Ansicht nach liegt der Fokus zu sehr auf Opferrollen, Hass und Schreckenserlebnissen. Mitleid und Hoffnung kämen zu kurz. „Wir investieren zu viel Zeit, um unsere Schüler zu schockieren, weil wir glauben, wenn wir sie nicht genügend schockieren, dann würden wir unseren Job nicht richtig machen“, so Piron.

Avner Shalev, der Vorsitzende der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, erläuterte, dass es derzeit keinen offiziellen Lehrplan gebe, wie man israelische Schüler über den Holocaust zu unterrichten habe. Das internationale Lehrpersonal diskutierte bei der Konferenz beispielsweise darüber, ob bereits Vier- und Fünfjährige über den Holocaust unterrichtet werden sollten. Die zweitägige Konferenz bot eine Vielzahl von Workshops zu Themen wie Holocaust in politischen Cartoons, der Holocaust in den Medien, die Songauswahl für Radiosender am Holocaust-Gedenktag und der Holocaust im Theater.

Als Holocaust oder Shoah wird der Völkermord an rund sechs Millionen Menschen bezeichnet, die das Deutsche Reich in der Zeit des Nationalsozialismus als Juden definierte.

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