Oberstes Gericht stoppt Öffnung der Geschäfte in Tel Aviv am Schabbat

Mittwoch, 3. Juli 2013 |  NAI-Redaktion

Tel Aviv gilt als eine der angesagtesten weltweiten Metropolen. Die Mittelmeer-Großstadt symbolisiert Freiheit und Pluralismus wie keine anderer Ort in Israel. Im ganzen Heiligen Land gilt der Schabbat – also der Samstag als gesetzlicher Ruhetag, an dem die Öffnung von Supermärkten und anderen Geschäften verboten ist. In Tel Aviv hat man dieses Gesetz in den vergangenen Jahren jedoch geschickt umgangen. Jahrelang war es in der 410.000 Einwohner zählenden Metropole kein Problem, am Schabbat einzukaufen, gemütlich im Café zu sitzen oder ins Kino zu gehen. Die Geschäfte nahmen es in Kauf, regelmäßig geringe Geldstrafen für ihre illegale Öffnung zu bezahlen. Das soll sich nun ändern. In einem Urteil hat das Oberste Gericht verkündet, dass die Stadt die Öffnungszeiten von Geschäften und auch Kinos am Samstag neu regeln muss.

Die Betreiber kleinerer Geschäfte und Familienbetriebe hatten gegen die gängige Praxis geklagt, weil sei sich wirtschaftlich benachteiligt sahen. Die bisherige Handhabung stelle einen Marktvorteil für große Geschäfte dar, weil kleinere Unternehmen gar nicht in der Lage seien, die regelmäßigen Geldstrafen finanziell zu stemmen.

Diesen Argumenten stimmte das Oberste Gericht zu und hat der Stadt Tel Aviv nun 60 Tage Zeit gegeben, um eine Lösung zu finden. Es könne nicht sein, dass die Stadt die angewandte Praxis einfach billigen und davon sogar noch profitieren würde.

In einer ersten Stellungsnahme erklärte Bürgermeister Ron Huldai, dass Tel Aviv eine freie Stadt bleiben werde. Es gelte nun eine Lösung zwischen Schabbatruhe und Freiheit zu finden, von der alle Bürger der Stadt Tel Aviv profitieren könnten.

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