Armee besorgt über Kampagne gegen ultraorthodoxe Soldaten

Mittwoch, 3. Juli 2013 |  NAI-Redaktion

Ultraorthodoxen Juden waren bisher von der Wehrpflicht in Israel ausgenommen. Künftig sollen sie jedoch ebenso zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden, wie ihre jüdischen Landsleute. Mehrere zehntausend Ultraorthodoxe protestieren bislang vergeblich gegen diese Neuregelung der Regierung. Einige Ultraorthodoxe erklärten sich freiwillig dazu bereit, ihren Dienst bei den israelischen Streitkräften abzuleisten. Sie sehen sich heftigen Anfeindungen ihrer Glaubensgenossen ausgesetzt. Die Armeeführung ist besorgt.

General Gadi Agmon, Leiter der Planungs- und Personalabteilung im israelischen Militär, berichtete von heftigen Übergriffen auf die ultraorthodoxen Soldaten. In ganz Israel würden sie aus ihren Synagogen gedrängt, ihre Kinder würden von den religiösen Schulen abgelehnt. Andere seien das Opfer gewalttätiger Übergriffe und von Vandalismus geworden. Die Soldaten würden mit Steinen beworfen und geschlagen, ihre Autoreifen zerstochen und ihre Häuser überfallen. „Wir sind Zeugen einer beispiellosen Kampagne gegen ultraorthodoxe Soldaten“, unterstrich Agmon vor einem Komitee des Parlaments.

Der General warnte vor der wachsenden Gewalt gegenüber ultraorthodoxen Juden beim Militär. Deshalb haben die Israelischen Streitkräfte nun eine spezielle Abteilung ins Leben gerufen, die sich ausschließlich mit den Beschwerden der sogenannten Haredi-Soldaten befassen soll. Bisher hätten sich dort rund 80 ultraorthodoxe Soldaten über Vandalismus und Diskriminierung beklagt. Ein Sprecher der Polizei berichtete allerdings, dass bei ihr nur drei Beschwerden eingegangen seien und diese derzeit untersucht würden. Die Polizei beteuerte, das Problem sehr ernst zu nehmen: „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um die Täter festzunehmen. Jedoch funktioniert das nur, wenn die Taten bei uns angezeigt werden”, erklärte ein Polizeisprecher.

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