Arabischer Geistlicher wirbt für Militärdienst – Nun ist sein Leben in Gefahr

Freitag, 5. Juli 2013 |  Tommy Mueller

Weil der christliche arabische Geistliche Gabriel Nadaf seine Landsleute dazu aufgerufen hat, in der israelischen Armee zu dienen, ist es in einem Ausschuss des israelischen Parlaments zu Tumulten gekommen. Auch die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt. Abgeordnete der regierenden Likud-Partei warfen ihren Kollegen der arabischen Parteien vor, Drohbriefe an Nadaf gesendet zu haben. Deshalb wurde die Kriminalpolizei eingeschaltet. Die Anschuldigungen richten sich unter anderem gegen die Abgeordnete Hanin Zoabi, die zwar im israelischen Parlament sitzt, aber als scharfe Gegnerin des Judenstaates gilt und schon mehrfach durch anti-israelische Aktionen aufgefallen ist.

Während der Anhörung sagte Miri Regev (Likud), die Vorsitzende des Komitees: „Wir dürfen es nicht zulassen, dass arabische Abgeordnete zu trojanischen Pferden in der Knesset werden, oder ihnen erlauben, drohende Briefe an einen christlichen Kleriker zu senden, der christliche Jugendliche dazu ermutigt hat, der Armee beizutreten.“ Regev ergänzte, dass die israelische Polizei für Nadaf und seine Familie Schutzmaßnahmen wegen der Drohungen ergriffen habe. Shadi Halul, Sprecher eines christlichen Offizier-Forums, unterstrich, dass die Drohungen der arabischen Abgeordneten gleichbedeutend mit „inländischem Terrorismus“ seien.

Gabriel Nadaf (39) ist ein griechisch-orthodoxer Priester aus Nazareth. Er ist der Ansicht, dass Israel für die Sicherheit der christlich-arabischen Minderheit sorgt und die arabischen Christen deshalb im Gegenzug in der Armee dienen sollten. Wegen dieser Aussagen wurde er von seiner Kirchenleitung exkommuniziert. Nadaf wird seither bedroht und als „zionistischer Agent und Verräter“ beschimpft. Er kann sich nur noch unter dem Schutz von Leibwächtern auf die Straße wagen.

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