Israels Armee wird verkleinert und auf „Kriege der Zukunft“ vorbereitet

Freitag, 12. Juli 2013 |  Tommy Mueller

Verteidigungsminister Moshe Ya'alon muss seine weitreichenden Pläne zur Verkleinerung der israelischen Streitkräfte gegen wachsende Kritik verteidigen. Ya'alon (im Bild bei einem Besuch in einem Trainingscamp in der Negev-Wüste) hatte angekündigt, 3000 bis 5000 Berufssoldaten zu entlassen, Luftwaffen-Geschwader stillzulegen, Artillerieeinheiten und Marineeinrichtungen zu schließen. Dadurch will er in den kommenden Jahren umgerechnet fünf Milliarden Euro einsparen. Nach Ansicht des Verteidigungsministers gehören konventionelle Panzerschlachten zwischen gegnerischen Armeen, wie man sie zuletzt beim Yom-Kippur-Krieg 1973 erlebt habe, der Vergangenheit an. Stattdessen setze die israelische Armee nun auf ihre technologische Überlegenheit.

Ya'alon kündigte an, in fünf Jahren seien die israelischen Streitkräfte völlig neu aufgestellt. Die Befürworter der Reform argumentieren, Israel werde nicht durch die Palästinenser, sondern hauptsächlich durch die Hamas, die Hisbollah und Terroristen im Sinai bedroht. All diese Gegner ließen sich nicht mit einer großen klassischen Armee bekämpfen. Kritiker befürchten hingegen, Israels Streitkräfte würden durch die Reform so stark geschwächt, dass sie einem gleichzeitigen Kampf an zwei Fronten – etwa im Norden und im Süden – nicht mehr gewachsen seien.

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