Streit um Militärdienst der Strenggläubigen verschärft sich

Mittwoch, 17. Juli 2013 |  NAI-Redaktion

Der Streit in Israel, ob Ultraorthodoxe in der israelischen Armee dienen sollen, verschärft sich. Der nationalreligiöse Transportminister Naftali Bennett liefert sich einen heftige öffentliche Auseinandersetzung mit dem Rabbiner Shlomo Cohen, einem einflussreichen Mitglied der orthodoxen Schasspartei. Cohen hatte religiöse Soldaten als „Amalek“ bezeichnet. Bennett sagte, er solle sich schämen, so etwas zu behaupten. „Für alle, die es nicht wissen: 'Amalek' beschreibt diejenigen, die vom Erdboden ausgelöscht werden sollen.“ In Israel leben mehrere Hunderttausend Ultraorthodoxe. Nur etwa 2500 von ihnen dienen bislang freiwillig in den Streitkräften.

Die neue Regierung hat sich vorgenommen, auch die Strengreligiösen zum Militär- oder Zivildienst heranzuziehen. Bisher waren die etwa 40.000 Bibelschüler vom Wehrdienst befreit. Sie widmen sich lebenslang dem Studium der Heiligen Schriften. Ihre führenden Rabbiner haben entschiedenen Widerstand gegen die Regierungspläne angekündigt. Junge Ultraorthodoxe sollten lieber ins Gefängnis als zum Militär gehen. Die Rabbiner fürchten, die Armee gefährde den zurückgezogenen, von der Welt abgesonderten Lebensstil ihrer Schüler. Außerdem geht es um Einfluss und staatliche Zuschüsse. In den vergangenen Tagen wurden freiwillige ultraorthodoxe Soldaten mehrfach von Glaubensgenossen beschimpft und zum Teil auch verprügelt.

Auf seiner Facebook-Seite schrieb Minister Bennett zu seiner Auseinandersetzung mit Rabbi Cohen, „dass Tausende Soldaten ihr Blut riskierten, um uns zu beschützen, den geschätzten Rabbi mit eingeschlossen“. Rabbi Shlomo Cohen hatte neben dem geistlichen Führer der Shas-Partei, Rabbi Ovadia Yosef, gesessen, als er seine umstrittenen Aussagen machte. Minister Bennett forderte Ovadia Yosef auf, die Hetze zu verurteilen, „bevor es zu spät ist“.

Im Bild: Ein Soldat des Netzach Jehuda Battalions der ultraorthodoxen Nahal Haredi Brigade.

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