Werden die freigelassenen Terroristen nach Gaza abgeschoben?

Donnerstag, 25. Juli 2013 |  NAI-Redaktion

Benjamin Netanjahu und seine Kabinettsmitglieder müssen entscheiden, wohin sie die 85 palästinensischen Terroristen freilassen sollen, deren Haftentlassung eine Bedingung für die neuen Friedensgespräche ist. Soll ihnen erlaubt werden, in ihre Häuser in Judäa und Samaria zurück zu kehren, oder sollen sie in den Gaza-Streifen verbannt werden? Die Frage ist, ob Bilder der befreiten Terroristen, die mit Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas in Ramallah feiern, den Friedensverhandlungen eher helfen oder schaden. Abbas hat sich in der Vergangenheit schon an solchen Feiern beteiligt, was in Israel Empörung auslöste (im Bild feiern freigelassene Gefangene nach einer früheren Haftentlassungs-Aktion). Die Friedensgespräche werden voraussichtlich kommenden Dienstag in Washington beginnen.

In der Vergangenheit hat Israel Terroristen, die Blut an den Händen hatten, in den Gaza-Streifen deportiert. Dort waren sie isoliert und es wurde ihnen somit schwer gemacht, neue Anschläge zu verüben. Zudem konnten sie dort nur schwer als Vorbilder für junge Palästinenser im sogenannten Westjordanland dienen.

Die 85 Terroristen sollen während der kommenden Verhandlungen in vier Stufen frei gelassen werden. Die erste Gruppe wird wahrscheinlich in den kommenden vier bis sechs Wochen entlassen. „Die mögliche Befreiung dieser Terroristen ist eine Schande für das israelische Justizsystem“, kritisierte Ehud Bromberg, der seinen Bruder Avraham bei einem Terror-Anschlag verloren hatte. Es war der 26. November 1980, als der damals 20-jährige Sergeant Avraham Bromberg, der in der Panzereinheit der israelischen Armee diente, auf seinem Nachhauseweg von seiner Basis auf den Golanhöhen von einer Gruppe Terroristen angegriffen wurde. Bromberg wehrte sich, erlitt jedoch eine schwere Kopfverletzung. Vier Tage nach dem Angriff starb er im Krankenhaus. Brombergs Mörder, Karim Younis und dessen Cousin Maher Younis, wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Im August 2012 wurde das Urteil von Präsident Shimon Peres auf eine Bewährungsstrafe bis 2023 herabgesetzt. Die Palästinenser verlangen, dass diese beiden nun freigelassen werden. Avrahams Sohn Avi war wütend, als Medienberichte bestätigten, dass das Kabinett in den kommenden Tagen über diese Angelegenheit abstimmen wird. Er fordert, dass die Entscheidung des Kabinetts aufgeschoben wird, bis Vertreter der hinterbliebenen Familien mit den Ministern geredet haben. „Es ist unfassbar, dass der Staat die Hinterbliebenen so ignorieren kann,“ sagte er, „wir haben nicht einmal einen Anruf bekommen. Das Verhalten der Regierung ist eine Schande.“

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