Protest gegen Freilassung von Straftätern mit Blut an den Händen

Montag, 29. Juli 2013 |  Tommy Mueller

Israel wird 104 palästinensische Strafgefangene freilassen, um gegenüber den Palästinensern bei den neuen Friedensverhandlungen ein Zeichen zu setzen. Von den 22 Ministern des israelischen Kabinetts stimmten 13, inklusive Ministerpräsident Netanjahu, für die Freilassung. Sieben Minister votierten dagegen, zwei enthielten sich der Stimme. Hunderte Israelis protestierten vor dem Regierungssitz von Ministerpräsident Netanjahu gegen diese Entscheidung. Sie trugen dabei Palästinensertücher und hielten rot angemalte Hände hoch. Viele der Häftlinge, die im Laufe der Friedensgespräche freikommen sollen, haben jüdisches Blut an ihren Händen.

Der Direktor des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet, Yoram Cohen, reagierte betont reserviert auf die Kabinettsentscheidung: „Die Freilassungen gefährden die öffentliche Sicherheit, und zwar doppelt: Zum einen gibt es eine unmittelbare Bedrohung, zum anderen schwindet die Abschreckung.“ Dennoch erhofft sich Cohen durch die Gespräche eine Beruhigung der Lage in den Palästinensergebieten. Experten warnen jedoch, ein Scheitern der Friedensgespräche könne zu schweren Unruhen bis hin zu einem neuen Palästinenseraufstand führen.

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