Israel erwog im Yom-Kippur-Krieg angeblich den Einsatz von Atomwaffen

Freitag, 4. Oktober 2013 |  NAI-Redaktion

Neu freigegebene Dokumente enthüllen, dass Israel während der schicksalhaften ersten Tage des Yom-Kippur-Kriegs im Jahr 1973 fast Gebrauch von Atomwaffen gemacht hätte. Das berichtet Yediot Ahronot, eine der führenden israelischen Tageszeitungen. Am zweiten Tag des Krieges, als syrische und ägyptische Truppen die überraschten israelischen Verteidiger bedrängten, legte der damalige Verteidigungsminister Moshe Dayan seiner Ministerpräsidentin Golda Meir in einem geheimen Treffen den Einsatz von nuklearen Sprengköpfen nahe, heißt es in dem Bericht.

Dayan hatte nicht unbedingt die Absicht, die Araber mit Atomwaffen anzugreifen. Er wollte vielmehr die israelische Macht demonstrieren. Im Blick hatte Dayan offenbar drei Gruppen: die Amerikaner, die bis zu diesem Zeitpunkt nichts Konkretes getan hatten, um den arabischen Angriff auf Israel zu stoppen. Die Russen, die der arabischen Offensive den Rücken stärkten. Und die Araber selbst, die glaubten, sie könnten endlich die Juden „ins Meer treiben.“

Nach kurzer Überlegung lehnte die Regierungschefin Dayans Vorschlag jedoch ab. Israel setzte den Krieg mit konventionellen Mitteln fort und gewann.

Der Yom-Kippur-Krieg war der vierte israelisch-arabische Krieg im Rahmen des Nahost-Konflikts. Er hatte am 6. Oktober 1973, an Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, mit einem Überraschungsangriff Ägyptens und Syriens auf dem Sinai und den Golanhöhen begonnen. Die Verluste waren auf beiden Seiten immens: Die Araber haben über 8.500 Männer verloren, die israelische Armee hatte mehr als 2.600 Tote zu beklagen, weitere 7.500 wurden verwundet. Die innenpolitischen Folgen des Krieges waren enorm: Ministerpräsidentin Golda Meir wurde heftig kritisiert und verlor im folgenden Jahr ihr Amt als Regierungschefin. Bis heute schweigen Staats- und Armeeführung zur Frage, wie viele Atomsprengköpfe Israel besitzt.

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