„Hamas ist eine Strafe für die Palästinenser“

Freitag, 11. Oktober 2013 |  Aviel Schneider

Das Hamasregime im Gazastreifen ist in Not. Eingekesselt zwischen Israel und Ägypten. „Das haben die Verräter (Hamas) verdient“, sagte ein Fatah-Palästinenser (46) aus Ramallah zu israel heute. „Wir werden niemals vergessen, was die Hamas uns damals im Jahr 2006 und 2007 angetan hat. Die Hamas ist eine Strafe für das palästinensische Volk.“

Mit dem jüngsten Umsturz in Ägypten hat die radikale Hamasregierung ihren letzten Schutzpatron, Präsident Mursi, aus den Reihen der Muslimbruderschaft in Kairo verloren. Die ägyptische Militärherrschaft unter General Abdel Fattah al Sisi bekämpft nicht nur die Muslimbruderschaft in seinem Land, sondern ebenso ihre palästinensischen Kameraden im Gazastreifen, das Hamasregime. Dieses wird beschuldigt, sich in die ägyptische Politik eingemischt und die ägyptische Muslimbruderschaft in Ägypten so aufgehetzt zu haben, dass sie auf die Straßen gegangen sind. Für die Hamas war es unbedingt notwendig, Mursi in der Regierung zu halten. Ohne Mursi verliert die Hamas seine offene Grenze mit dem Sinai.

In den letzten Monaten operieren ägyptische Truppen mit Absprache der israelischen Regierung gegen das breite Terrornetz der Al-Qaida unter den Beduinenstämmen im Sinai. In den letzten Jahren haben islamische Terrorgruppen das Chaos im Schatten des so genannten Arabischen Frühlings ausgenutzt und ein stabiles, breites Terrornetz im Sinai und Gazastreifen etabliert. Damit will der ägyptische Armeechef Abdel Fattah al Sisi endlich aufräumen, denn die Terrorinfrastruktur im Sinai schadet dem nötigen Tourismus und der ägyptischen Wirtschaft. Von der Regierung und dem Armeesprecher gibt es so gut wie keine Informationen über Aktionen auf der ägyptischen Seite gegen die Hamas. Aber was wir von Einwohnern aus israelischen Ortschaften an der ägyptischen Südgrenze erfahren haben, ist, dass Israel die ägyptischen Truppen im Einsatz gegen die Hamas und andere Terrorzellen im Sinai tatkräftig unterstützt.

Besonders hart wurden die unterirdischen Schmuggeltunnel zwischen dem Sinai und dem Gazastreifen getroffen. Die ägyptischen Truppen zerstörten in den letzten Monaten zahlreiche Sandtunnel, durch die die Palästinenser über Jahre hinweg Waffen und Raketen in den Gazastreifen geschmuggelt haben. Die 300 Kilometer lange israelisch-ägyptische Grenze, Jahrzehntelang galt sie als ruhigste Grenzlinie Israels, ist heute zur gefährlichsten Grenze des Landes geworden. Dies schadet natürlich auch dem unterirdischen Handelsverkehr, womit die 1,7 Mio. palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen direkt betroffen ist.

Wenn dadurch die Palästinenser nun noch mehr leiden werden, wird Israel einmal mehr zum Buhmann, obwohl die Hamas für ihre Taten in Kooperation mit der Muslimbruderschaft schuldig ist und damit wieder seinem eigenen Volk Leid zufügt.

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