Obama benutzt nicht existente Fatwa für Iran-Gespräche

Donnerstag, 14. November 2013 |  NAI-Redaktion

US-Präsident Barak Obama hatte im September vor der UN-Generalversammlung erklärt: „Der oberste Führer [des Irans, Ayatollah Ali Khamenei, Foto] hat eine Fatwa gegen die Entwicklung nuklearer Waffen erlassen und Präsident Hassan Rohani hat erst kürzlich wiederholt, dass die islamische Republik niemals eine Atomwaffe entwickeln werde.“ Diese Fatwa diente Obamas Regierung als Grundlage, dem Iran mit ausgestreckter Hand entgegen zu treten. Doch wie nun das Middle East Media Research Institute – kurz MEMRI – bekannt gegeben hat, existiert keine solche Fatwa. Um genau zu sein, hatte Khamenei 2012 gesagt, es sei verfrüht, über dieses Thema zu richten.

Lenin prägte einst das Sprichwort „Eine Lüge, die oft genug erzählt wird, wird irgendwann zur Wahrheit.“ Offenbar hat die Regierung in Teheran dieses Zitat verinnerlicht, während es scheint, als habe man in Washington noch nie davon gehört. Die Vorstellung, die iranische Regierung habe solch eine Fatwa erlassen, wurde über Jahre hinweg von dem Regime verbreitet. Und das, obwohl es der Iran immer ablehnte, den Text einer solchen Fatwa öffentlich zugänglich zu machen. Während ihrer Gespräche mit westlichen Regierungen haben iranische Beamte immer wieder eine Predigt Khameneis aus dem Jahr 2004 zitiert und einen seiner Briefe aus dem Jahr 2012. In seiner Predigt sagte er damals: „Wir wollen keine nuklearen Waffen. Unsere Jugendlichen sind unsere Atomwaffen.... Ein Regime, das solche Jugendlichen und solch eine vereinte Nation hat, braucht keine Atomwaffe.“ Später fügte er hinzu: „Atomwaffen – inklusive ihrer Produktion, Lagerung und dem Gebrauch – sind problematisch.“

Doch weder in seiner Predigt noch in seinem Brief erwähnte er ein religiöses Verbot. Auch unter den auf seinen Webseiten veröffentlichten Fatwas befindet sich keine entsprechende Schrift. Eine Fatwa ist eine von einer muslimischen Autorität auf Anfrage erteilte Rechtsauskunft. Ihr Einfluss beruht auf der Autorität ihres Verfassers.

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