Sensation: Biblische „Rote Kuh“ in USA gefunden

Freitag, 27. Juni 2014 |  Tsvi Sadan

Die Suche nach einer Roten Kuh, wie sie in der Bibel beschrieben wird, ist wie die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Doch Anfang dieser Woche wurde ein besonders fleißiger Jude in den Vereinigten Staaten fündig. Diese Tatsache ist umso faszinierender wenn man bedenkt, dass beim kommenden Schabbat die Juden in ihren Synagogen ausgerechnet einen Tora-Abschnitt lesen werden, der mit einem geheimnisvollen Gebot von einer Roten Kuh beginnt: „Dies ist die Ordnung des Gesetzes, das der HERR geboten hat: Sage den Israeliten, dass sie zu dir führen eine rötliche Kuh ohne Fehler, an der kein Gebrechen ist und auf die noch nie ein Joch gekommen ist.“ (4. Mose 19,2)

Die Rote Kuh ist eine extrem seltene Kreatur. Seit der Zerstörung des Zweiten Tempels, also etwa seit rund 2000 Jahren, wurden nur neun rote Kühe entdeckt, die die strengen biblischen Kriterien erfüllt haben. Um eine Rote Kuh zu werden, muss ein Kalb vollkommen fehlerfrei sein. Es darf nie auf dem Feld gearbeitet haben und muss komplett rötlich sein. Das jüdische Gesetz verlangt, dass die junge Kuh unter strenger Pflege gehalten werden muss, bis sie drei Jahre alt ist. Wenn die Kuh während dieser Zeit geritten wird oder auch nur etwas auf ihren Rücken gelegt wird, disqualifiziert sie sich automatisch als Rote Kuh.

Strenge Regeln gelten auch für die Farbe der Kuh. Hat nur ein einzelnes Haar der Kuh eine andere Farbe als rot, kommt sie nicht mehr als Rote Kuh in Frage. Eine Rote Kuh-Anwärterin, die im Jahr 2000 entdeckt wurde, schied aus, nachdem bei ihr zwei schwarze Haare gefunden wurden. Auch wenn eine Kuh alle anderen Kriterien erfüllt, aber das Alter von vier Jahren überschritten hat, ist sie disqualifiziert. Ein Kalb hat also einen langen Weg vor sich, um überhaupt zur Roten Kuh zu werden.

In biblischen Zeiten wurde die Rote Kuh von einem Priester außerhalb des Tempels vollständig verbrannt. Diese Prozedur wurde interessanterweise an dem Platz auf dem Ölberg abgehalten, wo sich heute die römisch-katholische Dominus Flevit-Kirche befindet. Nach der Verbrennung der Roten Kuh wurde ihre Asche mit Wasser vermischt und dazu verwendet, um Menschen zu reinigen. Vor allem diejenigen ließen sich durch das Wasser helfen, die zuvor durch das Berühren toter Tiere verunreinigt wurden. Diese schwerste Form der Verunreinigung erfordert eine zeremonielle Reinigung – ansonsten dürfen sich die betroffenen Juden nicht mehr in einen Tempel begeben. Mit anderen Worten: Ohne die Rote Kuh wäre ein jüdischer Gottesdienst auf dem Tempelberg nicht denkbar.

Die Entdeckung eines roten Kalbes, das möglicherweise zu einer Rote Kuh werden könnte, ist für viele Juden eine reizvolle Vorstellung: Sie glauben, dass Moses einst die erste Rote Kuh vorbereitet hatte und der Messias kommen wird, um die letzte vorzubereiten.

Die Möglichkeit, dass es eine neue Rote Kuh geben könne, hat das Tempel-Institut dazu veranlasst, Vorbereitungen für einen Transport der Kuh von Amerika nach Israel zu treffen. Außerdem wird nun überprüft, welche Priester die heilige und seltene Opferzeremonie durchführen können. Zumindest in der Theorie könnte diese Kuh der Anlass sein, mehr Juden für Tempel-Aktivitäten zu begeistern und ihnen durch die Reinigung den Weg in den Tempel überhaupt erst zu ermöglichen. Bevor es soweit ist, müssen die Gläubigen allerdings noch zweieinhalb Jahre bangen, ob die Rote Kuh auch wirklich echt ist und nach Israel importiert werden kann.

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