Messianische Juden trauern um gefallenen Sanitäter

Montag, 4. August 2014 |  David Lazarus

Messianische Juden im ganzen Land trauern, nachdem einer ihrer jungen Soldaten vergangene Woche in einem Gefecht getötet worden ist. First Sergeant (Stabsfeldwebel) Shai Kushnier (Foto), der in einer messianischen Gemeinde bei Haifa aufgewachsen ist, wurde bei einem Einsatz an der Grenze zum Gazastreifen getötet. Mehr als 10.000 Menschen kamen, um ihm auf seinem letzten Weg zu begleiten und seiner Familie ihre Anteilnahme auszudrücken.

Unter den Trauernden war auch der Bürgermeister von Haifa, Armee-Generäle und Kommandeure der Panzerbrigade, sowie messianische Freunde und Gemeindemitglieder. Viele Anwesende weinten hemmungslos, als der 20-jährige mit militärischen Ehren auf dem Militärfriedhof in Kiryat Ata, außerhalb von Haifa, bestattet wurde.

Der Befehlshaber von Shais Einheit konnte während seiner Trauerrede seine Tränen kaum zurückhalten: „Shai kämpfte tapfer, um die Bürger Israels zu verteidigen. Nur wenige sind bereit, andere über sich selbst zu stellen. Aber Shai hatte so viel Liebe, Großzügigkeit und Opferbereitschaft in sich, und das hat ihn motiviert. Das alles hat er von seinen Eltern erhalten, das hat ihn geprägt. Shai – dein Geist und deine Bereitschaft zu kämpfen haben einen tiefen Eindruck bei uns hinterlassen. Dein Wunsch zu helfen, und alles zu tun, was in deiner Macht steht, um ein Leben zu retten, das hat uns allen in den vergangenen Wochen Mut gemacht. Nur wenige Augenblicke bevor wir in den Kampf zogen sagte Shai zu mir 'Sie können sich auf mich verlassen, ich werde Sie beschützen'. Du warst mehr als ein Freund, Shai. Du warst unser Bruder. Die Erinnerung an dich wird immer in uns weiterleben und uns Kraft geben, weiter zu machen. Wir zahlen einen hohen Preis, um unser Volk zu verteidigen. Der Preis sind unsere Töchter und Söhne.“

Laut Armeevorschriften war es Shai, als einzigem Sohn seiner Eltern, nicht erlaubt, in einer Kampfeinheit zu dienen. „Aber Shai war in diesem Punkt absolut unnachgiebig,“ sagte sein Vater Michael. „Er bestand darauf, in einer Kampfeinheit dienen zu können.“ Shai kämpfte dafür und schließlich wurde es ihm gestattet, in der Barak-Brigade zu dienen – in der gleichen Einheit hatte schon sein Vater gedient.

Shai war Sanitäter. Er wurde von einer Mörsergranate getroffen. Bei dem Angriff starben vier weitere Soldaten.

Am Tag, bevor er getötet wurde, schickte Michael seinem Sohn Shai eine Nachricht: „Sheiky, ich vermisse dich sehr. Nicht eine Minute vergeht, in der ich nicht an dich denke. Ich versuche mir vorzustellen, wie du und deine Kameraden mit dieser schwierigen Situation klar kommen. Wie geht ihr mit der Gefahr um? Du und die anderen jungen Leute habt die extrem schwierige Aufgabe, unser kleines Land zu schützen. Ihr alle seid die Operation 'Starker Fels'. Ich glaube, du und deine Kameraden seid sehr stark, entschlossen und voller Motivation, eure schwere Aufgabe zu erfüllen. Du bist der Beste, den dieses Land zu bieten hat. Wir vertrauen auf dich. Daddy liebt dich und vermisst dich.“

Die Beerdigung wurde mit einem Gebet des Armee-Rabbiners beendet: „Sergeant Shai, liebe Familie und Freunde, liebe Anwesenden. Ich bitte Sie um Verzeihung. Wir haben dazu aufgerufen, dass du unserem Land dienst, und Shai, du hast dein Leben für uns gegeben. Gehe in Frieden und finde die ewige Ruhe. Mögest du jetzt vor dem Richter stehen und deinen Frieden finden. Schalom. Und Schalom für Israel – jetzt und für immer.“

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