Alle acht Minuten eine Rakete auf Israel

Donnerstag, 21. August 2014 |  Aviel Schneider

In den letzten 24 Stunden wurden 168 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgeschossen. Also alle 8 Minuten ist in Israel eine Rakete eingefallen, entweder sie wurde von dem israelischen Raketenabwehrsystem Eisenkuppel abgeschossen, oder sie landete auf offenem Gelände. Eine Rekordzahl seit dem Ausbruch des jüngsten Gaza-Krieges Mitte Juli.

In israelischen Medien dreht sich alles um die Spekulation, ob der langesuchte Terrorarchitekt Mohammed Deif tatsächlich durch Israels gezielten Luftangriff getötet wurde, oder nicht. Palästinensischen Quellen zufolge hat Deif, der bereits vier gezielte Tötungsangriffe in den letzten 20 Jahren überlebt hat, auch diesen überstanden. Seine Frau und eines seiner Kinder sind bei diesem ums Leben gekommen, wie noch weitere vier Menschen. Von fünf Personen wurde die Identität freigegeben, von der sechsten jedoch nicht. Dennoch ist eine Todesbescheinigung mit dem Namen Mohammed Deif an die Presse gekommen, was im Gazastreifen zu Empörung sorgte und von der Hamas dementierte wurde. Auch wenn Deif tot ist, so wird die Hamas dies nicht so schnell zugeben und Deif aus psychologischen Kriegsgründen gegen Israel am Leben halten. Die Hamas kann sich Israel gegenüber solch einen Verlust, wie Terrorprinz Deif zu verlieren, nicht leisten. Das tötet die Moral in der Organisation und im Volk.

Aber israelischen Quellen zufolge, wurde Deif diesmal tödlich getroffen. In seiner gestrigen Pressekonferenz ist Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu jedoch nicht auf die Frage der Journalisten eingegangen, ob Deif Tod ist oder nicht. Das einzige was Netanjahu mehrmals wiederholte, war, dass keiner der Terrorchefs immun sei. Dass gestern alle 8 Minuten eine Rakete auf Israel abgeschossen wurde, deutet auf Wut der Hamas, was als Deifs Tod interpretiert werden könnte. Damit machte Israel der anderen Seite klar, dass alle Hamasführer von nun an im Visier sind. „Für Israel ist Deif, was Ossama Bin Laden für die Amerikaner ist“, sagte Israels Minister und Parteichef von Beit Hajehudi, Naftali Bennett der ausländischen Presse. Netanjahu und seine Minister wiesen auf skrupellose Hamasterroristen im Gazastreifen, die wie die Dschihadisten im Nordirak (ISIS), die dort für den Islamischen Kalifenstaat töten, Israel vernichten wollen. Der schwarz-orange Film, in dem US-Journalisten James Foley von einem ISIS-Dschihadisten in der Wüste enthauptet wurde, machte in Israel wiederholt deutlich, wer die Feinde sind und in was für einer Region die einzige Demokratie im Nahen Osten lebt.

Ein zweiter Einmarsch israelischer Bodentruppen wird zurzeit abgelehnt. Israel konzentriert sich auf gezielte Tötungsangriffe, bis die Hamas einsieht, dass es sich mehr lohnt mit Israel zu verhandeln als Krieg zu führen. Dennoch sind Stimmen aus dem Sicherheitskabinett anderer Meinung, wie Liebermann und Bennett, die zur endgültigen Vernichtung der Hamas im Gazastreifen aufrufen.

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