Panzertransporte beunruhigen die Menschen im Norden Israels

Mittwoch, 21. Januar 2015 |  NAI-Redaktion

Im Norden Israels wächst die Besorgnis über eine bevorstehende militärische Auseinandersetzung mit der Hisbollah-Terrormiliz. Die Armee hat ihre Truppen entlang der Grenze zu Syrien und dem Libanon in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Transporte brachten zusätzliche Panzer in die Region. Landwirte wurden aufgefordert, Felder in Grenznähe vorerst zu meiden. Die Behörden sperrten einen Tel der Straße 4 in unmittelbarer Nähe zum Libanon. Das libanesische Fernsehen berichtete, die israelische Luftwaffe sei im Grenzgebiet ungewöhnlich aktiv.

Gestern war bekannt geworden, dass die Armee Stellungen des Raketenabwehrsystems in den Norden verlegt hat (Israel Heute berichtete).

Israel erwartet einen Gegenschlag, nachdem israelische Kampfdrohnen nach Augenzeugenberichten am Sonntag Hisbollah-Stellungen im syrischen Teil der Golanhöhen angegriffen hatten. Dabei waren sechs Kämpfer der schiitischen Miliz sowie ein iranischer General ums Leben gekommen. Die Hisbollah kündigte daraufhin einen Racheakt an.

Die Hisbollah-Kämpfer sind nach Einschätzung israelischer Militärexperten bestens ausgebildet und verfügen über eine enorm hohe Schlagkraft. Nach eigenen Angaben verfügt die Terrormiliz über 50.000 Raketen, die jeden Teil Israels erreichen können. Sorgen machen neue Berichte, wonach Russland den Iran mit modernen S-300-Raketen versorgen könne. Diese haben eine Reichweite von 200 Kilometern. Russland hatte 2010 einen Liefervertrag mit Teheran für diese Raketen auf massiven westlichen Druck hin storniert. Angesichts der westlichen Sanktionen gegen Moskau sei Russland an die damaligen Versprechungen nicht mehr gebunden, hieß es jetzt aus russischen Militärkreisen. Der Iran ist der engste Verbündete und Geldgeber der Hisbollah.

Die Anwohner im Norden befürchten angesichts der Militärkonvois, die gepanzerte Fahrzeuge nach Nordgaliläa und auf die Golanhöhen bringen, eine Eskalation. Israelische Medien berichten über besorgte Eltern, die ihre Kinder vorsorglich in Schutzräumen schlafen lassen. Ansonsten bemühe man sich, die Alltagsroutine aufrecht zu erhalten und nicht in Panik zu verfallen.

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