Hisbollah: Wir wollen keine weitere Eskalation

Donnerstag, 29. Januar 2015 |  NAI-Redaktion

Die Hisbollah ist nicht an einem Krieg mit Israel interessiert. Diese Nachricht ließ die schiitische Miliz in der Nacht zum Donnerstag den Israelis über einen Kommandeur der UN-Friedenstruppen zukommen. Auch Israel hatte erklärt, man wolle eine Eskalation der Auseinandersetzungen vermeiden. Verteidigungsminister Mashe Ya'alon bestätigte heute im Radio, dass er die Botschaft der Hisbollah erhalten habe. Dennoch bleibt die israelische Armee im Norden mit starken Kräften in Alarmbereitschaft.

Die Hisbollah ist nach ihrem Angriff im Libanon unter Druck geraten. Führende Regierungsvertreter warfen Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah vor, er wolle den Libanon in einen Krieg mit Israel treiben.

Die Gefechte am Mittwoch waren die schwersten seit dem 34-tägigen Libanonkrieg im Jahr 2006, der rund 1000 Todesopfer forderte. Die Terrormiliz, die vom Iran unterstützt wird, beeilte sich, von einem „Auge-für-Auge“-Angriff zu sprechen: Israel hatte ein Terrorkommando von Hisbollah-Kämpfern und iranischen Offizieren auf dem Golan ausgeschaltet. Die zwölf Todesopfer sieht die Terrormiliz nun durch den Tod der israelischen Soldaten als „gerächt“ an. Tatsächlich ist die Hisbollah in einer misslichen Lage: Etwa 3000 ihrer Soldaten kämpfen in Syrien an der Seite von Diktator Assad und müssen hohe Verluste hinnehmen – kein günstiger Zeitpunkt für eine intensive Auseinandersetzung mit dem jüdischen Staat.

Die Europäische Union drängt auf ein Ende der Kampfhandlungen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini forderte beide Seiten zu größtmöglicher Zurückhaltung auf. Währenddessen kritisierte der spanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Oyarzun Marchesi, Israel scharf für den Tod des spanischen Blauhelm-Soldaten Francisco Toledo (36): „Die Eskalation der Gewalt kam von der israelischen Seite“, behauptete er.

Die Blauhelme der Vereinten Nationen (UNIFI) sollen den Waffenstillstand an der Grenze überwachen und sicherstellen, dass die Hisbollah hier keine Militärstellungen errichtet. Nach Erkenntnissen israelischer Militärexperten verfügt die Terrororganisation jedoch in der Grenzregion über ein weit verzweigtes Tunnelnetzwerk mit modernen unterirdischen Kommandozentralen.

Die israelische Armee setzte am Morgen ihre Suche nach möglichen Terrortunneln fort, durch die Hisbollah-Kämpfer nach Israel gelangen könnten. Im Grenzgebiet sind etliche Such-Bohrungen im Gange, nachdem Anwohner von verdächtigen Geräuschen und Vibrationen berichtet hatten.

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