Israel trauert um die beiden getöteten jungen Soldaten

Donnerstag, 29. Januar 2015 |  NAI-Redaktion

Bei dem Angriff der Hisbollah auf einen israelischen Militärkonvoi am Mittwoch sind zwei junge Soldaten ums Leben gekommen: Captain Yohai Kalangel (25, links im Bild) und Sergeant Dor Nini (20). Kalangel stammt aus der Siedlung Har Gilo und hinterlässt eine einjährige Tochter. Seine Frau Tali ist schwanger und erwartet ihr zweites Kind. Das zweite Todesopfer, Dor Nini, stammt aus dem Moshav Shtulim in der Nähe der Mittelmeerstadt Ashdod.

Kalangel, der posthum zum Major befördert wurde, fand heute Vormittag auf dem Militärfriedhof am Herzlberg in Jerusalem seine letzte Ruhestätte. Er galt als hervorragender Offizier. Am Unabhängigkeitstag hatte er von Armeechef Benny Gantz persönlich eine Auszeichnung für exzellente Leistungen erhalten. Sein Bruder Tamir erklärte gegenüber israelischen Medien: „Joha, wie wir ihn nannten, war ein riesiger Mann, das Salz der Erde, ein großer Krieger.“

Dor Nini wird am Nachmittag auf einem Friedhof in der Nähe von Ashdod beigesetzt.

Mittlerweile hat die israelische Armee Einzelheiten zum Hergang des Hisbollah-Angriffs veröffentlicht. Demnach waren – trotz der angespannten Lage - fünf ungepanzerte Armeefahrzeuge (zwei Jeeps und drei Geländewagen) in der Grenzregion unterwegs. Ziel der Fahrt war, Offiziere der Givati-Einheit, die neu in der Region waren, mit dem Gelände vertraut zu machen. Der Konvoi war bereits auf dem Rückweg, als die Hisbollah vom Libanon aus sechs Panzerabwehr-Raketen russischer Bauart abfeuerte. Diese Kornet-Raketen haben eine Reichweite von fünf Kilometern. Ein Geschoss schlug in das Fahrzeug von Yohai Kalangel und Dor Nini ein, die dabei ums Leben kamen. Eine zweite Rakete traf einen Jeep, der in Flammen aufging. Die Insassen hatten das Fahrzeug aber bereits verlassen und Deckung gesucht. Durch herumfliegende Splitter erlitten sieben Soldaten leichte bis mittelschwere Verletzungen. Ein weiteres Panzerabwehr-Geschoss traf ein Haus in Ghajar und richtete erhebliche Schäden an.

Die israelische Armee reagierte sofort und feuerte rund 100 Artilleriegranaten auf eine Hisbollah-Stellung bei Marjayoun im südlichen Libanon. Dabei kam ein spanischer UN-Blauhelmsoldat ums Leben. Die Armeeführung bedauerte dies in einer Stellungnahme, der genaue Ablauf werde untersucht. Etwa eine Stunde später feuerte die Hisbollah eine Granate auf den Berg Dov ab, die jedoch keine Schäden anrichtete. Die israelische Luftwaffe bombardierte daraufhin weitere Ziele auf libanesischem Gebiet.

In der Nacht zum Donnerstag waren israelische Kampfjets und Hubschrauber in der Grenzregion in der Luft, um sofort auf weitere Angriffe reagieren zu können. Es blieb jedoch ruhig.

Unruhen1

Der getötete Offizier Yohai Kalangel mit seiner Tochter. Das bewegende Foto wurde heute über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet.

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