Nach Wahl: Israelisch-türkische Beziehung verbessert sich nicht

Donnerstag, 11. Juni 2015 |  Yossi Aloni

Nach Ansicht des ehemaligen israelischen Botschafters in den USA, Danny Ayalon, werden sich die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei in naher Zukunft nicht verbessern.

Trotz des schlechten Wahlergebnisses für die Partei des amtierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der AKP, am vorigen Sonntag, wird sich das bilaterale Verhältnis nach Meinung Ayalons nicht unmittelbar reparieren lassen.

„Bereits 2009 kam es zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Israel und der Türkei, als Erdoğan eine Sitzung, in der er mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres die Operation Gegossenes Blei diskutieren sollte, plötzlich verließ“, erklärte Ayalon. „Und verschlechterte sich weiter, als die Türkei der Gaza Flotilla die Überfahrt von der Türkei aus erlaubte.“

Analysten prognostizieren, dass Erdoğan Gefahr läuft, seine Macht zu verlieren, nachdem seine Partei am Wahlsonntag nur 40 Prozent der Stimmen erhalten, und die AKP erstmalig die absolute Mehrheit verloren hatte. Der Premierminister der AKP, Ahmet Davutoglu, hat nun 45 Tage Zeit eine regierungsbildende Koalition zu formen. Die bisherigen Oppositionsparteien signalisieren bisher kein Interesse an einer Koalitionsbildung mit der AKP.

„Es ist noch zu früh, um zu beurteilen, ob sich die türkisch-israelischen Beziehungen bald verbessern werden“, so Ayalon weiter. „Wir müssen abwarten und sehen, wer die Koalition bildet und den Außenminister stellt. Sollte das Erdoğan sein, denke ich, dass wir weiterhin vor allem Feindseligkeiten von ihm zu erwarten haben.“

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