Mehr Christen in der Armee

Mittwoch, 5. August 2015 |  nai news

In Israel leben 130.000 arabische Christen. Sie sind genauso wie moslemische Araber von der allgemeinen Wehrpflicht entbunden, dürfen aber freiwillig dienen. Drei Jahre dienen junge Israelis in der Armee, Frauen zwei Jahre. Jedes Jahr könnten potentiell 1400 arabische Christen, die gerade die Schule beendet haben, zum Wehrdienst eingezogen werden, jedoch hatten sich jahrelang immer nur ca. 20-40 junge Christen dazu bereit erklärt. Gründe dafür gibt es viele, größtenteils spielt jedoch der gesellschaftspolitische Druck aus den eigenen Reihen eine Rolle.

Dass sich das Bild innerhalb dieser christlichen Gesellschaft zu wandeln scheint, spiegeln neuste Zahlen wider: Über 200 Christen werden nächstes Jahr in der Armee erwartet. Vor drei Jahren zeichnete sich erstmals ein Richtungswechsel ab, als die Zahl der freiwilligen Rekruten auf über 100 stieg.

Gegenüber dem israelischen Nachrichtendienst Walla sagte Pini Gonen, Oberst der Reserve, dass erst kürzlich ein Seminar für 48 arabische Christen, darunter auch zwei junge Frauen, begonnen hat. Gonen ist der Initiator und Leiter des Gadna Jugendbattalions-Projektes für arabische Christen in der israelischen Armee. Das vierwöchige Seminar bietet Leiterschaftskurse, Militärvorbereitung und Ausflüge. Gonen erklärte in der Presse, dass die Motivation der jungen Christen äußerst hoch sei. "Letzte Woche wurde eine arabisch-christliche Soldatin mit Namen Jennifer für ihre herausragende Leistung in einem Kurs für die Eiserne Kuppel (Iron Dome Abwehrsystem) ausgezeichnet. Sie hat auch die Grundausbildung mit überdurchschnittlichen Noten abgeschlossen.

Gonen geht davon aus, dass die Zahl der christlichen Rekruten sogar noch ansteigen wird. "Wir sehen heute schon, wie sie Offiziere vom Rang eines Majors in verschiedensten Bereichen der Armee werden. Höhere Ränge sind nur eine Frage der Zeit."

Tawfiq, ein 20-jähriger arabischer Christ im Seminar, sagte gegenüber Walla, seine beiden Großväter seien bei der Polizei gewesen und hätten ihm, bevor sie verstarben, gesagt, er solle den richtigen Weg wählen. "Meine Mutter wollte nicht, dass ich mich in einer Kampfeinheit melde und schickte mich zum Studieren nach Italien. Ich kam zurück und entschloss mich, in einer Kampfeinheit zu dienen", so Tawfiq. "Ich bin dem Staat gegenüber positiv eingestellt und möchte meinen Teil beitragen. Ich schreibe mich mit meinem eigenen Namen und dem Namen der gesamten (arabisch-christlichen) Gemeinschaft ein und hoffe, zu einem der besten Kommandeure zu werden. All diejenigen, die keinen Wehrdinst leisten, sage ich, ihr müsst es nicht, aber greift wenigstens nicht diejenigen an, die sich dazu entschließen. Es ist mein Land."

Als eine der Schlüsselpersonen hinter dem derzeitigen Trend wird Pater Gabriel Nadaf aus Nazareth gesehen, der junge Christen ermutigt, in der Armee zu dienen.

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