Nach Brandanschlägen neun Palästinenser in Haft

Montag, 24. August 2015 |  NAI-Redaktion

Neun Palästinenser aus Beit Hanina und der Jerusalemer Altstadt sind verhaftet worden, weil sie Molotow-Cocktails auf ein Fahrzeug auf der Straße 20 geworfen haben sollen. Dabei wurden zwei Personen verletzt (Foto: Polizisten bei der Spurensicherung am Tatort). Das haben die Behörden am Sonntag bekannt gegeben. Zudem wurden am Wochenende zehn rechtsorientierte jüdische Siedlungsaktivisten aus Judäa und Samaria verbannt.

Die neun Palästinenser, darunter fünf Erwachsene und vier Kinder und Jugendliche, wurden bereits vor zwei Wochen in einer gemeinsamen Operation von Polizei und dem Inlands-Geheimdienst Shin Bet festgenommen. Nun wurden sie wegen terroristischer Aktivitäten angeklagt. Sie sollen auch für weitere Zwischenfälle verantwortlich sein.

Am Abend des 3. August waren drei Brandsätze auf ein fahrendes Auto mit jüdischen Insassen geworfen worden. Eine Frau erlitt starke Verbrennungen, das Fahrzeug brannte komplett aus. In der Anklage heißt es, die Palästinenser hätten zudem eine Brandbombe auf das Haus einer jüdischen Familie in Beit Hanina geschleudert. Dabei sollen zwei Personen verletzt worden sein. In den vergangenen sechs Monaten soll die Gruppe bei drei anderen Gelegenheiten Brandsätze auf Häuser geworfen haben. Es seien aber keine weiteren Personen verletzt worden.

Nach Angaben der Jerusalemer Staatsanwaltschaft wird den neun Palästinensern vorgeworfen, eine eigene kleine Terrorzelle gegründet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, dass die Beschuldigten bis zum Ende der Gerichtsverhandlung in Untersuchungshaft bleiben.

Der Inlandsgeheimdienst geht zudem weiter gegen jüdische Siedler in Judäa und Samaria vor, wie es die Regierung nach dem Brandanschlag im Dorf Duma angekündigt hatte. Das Feuer im Haus einer palästinensischen Familie hatte zwei Todesopfer gefordert, ein 18 Monate altes Baby und der 31-jährige Familienvater starben. Nach den Tätern wird noch gefahndet. Am Wochenende verboten die Behörden zehn „Rechtsaktivisten“ der Siedlerszene, sich bis auf weiteres in den Palästinensergebieten aufzuhalten. Es handle sich um eine vorbeugende Maßnahme, heißt es in einer Erklärung des Geheimdienstes, man könne den Aktivisten keine Beteiligung an Verbrechen nachweisen. Vielmehr wolle man „terroristische Strukturen“ zerschlagen, bevor es zu Gewalttaten komme.

Foto: Yonatan Sindel (Flash90)

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