Reisewarnung: Für Israelis gelten 41 Regionen als gefährlich

Dienstag, 25. August 2015 |  NAI-Redaktion

Das israelische Anti-Terrorbüro hat vor den hohen jüdischen Feiertagen, an denen im kommenden Monat hunderttausende Israelis ins Ausland reisen werden, Reisewarnungen heraus gegeben. Sie gelten für 41 Regionen. Dort könnten Juden zum Ziel von Terroristen werden. Der Islamische Staat, die Hisbollah und der Iran werden als besonders gefährliche Drahtzieher des internationalen Terrorismus eingeschätzt.

In jüngster Vergangenheit hatte es eine Reihe von islamistischen Terroranschlägen gegeben: in Belgien, Kanada, Australien, Frankreich und Dänemark. Als gefährdet gelten Juden deshalb auch in West- und Nordeuropa.

„Wir sind nicht das Hauptziel des Islamischen Staates, aber dennoch sehen wir eine Bedrohung für Israelis“, ist aus dem Anti-Terrorbüro zu hören. „Aber wir können Israelis nicht verbieten, nach Belgien oder in ein anderes Land zu fahren, nur weil der IS dort aktiv ist.“

Nach wie vor besteht für die Sinai-Halbinsel eine Reisewarnung. Sie ist nun schon fast zehn Jahre lang gültig. Vor dem IS gab es dort andere Terrorgruppen, die immer wieder Anschläge ankündigten. Der Grenzübergang Taba verzeichnet bis zu 3.000 Touristen pro Monat, 40 Prozent davon sind ausländische Touristen und 60 Prozent Israelis, von denen die meisten arabisch-stämmig sind. Es gibt nur wenige Juden, die diese Grenze überschreiten, denn für sie besteht eine hohe Anschlagsgefahr: „Da der IS sehr nahe ist, ist die Wahrscheinlichkeit entführt zu werden groß“, warnte ein Behördensprecher.

Israelis reisen wieder verstärkt in die Türkei. Doch auch für die Türkei hat das Anti-Terrorbüro eine Reisewarnung herausgegeben: „Nicht unbedingt notwendige Reisen sollten vermieden werden, da der IS vermehrt in der Türkei tätig ist. Die Sicherheit in der Türkei ist instabil.“

Zusätzlich zu Reisewarnungen für arabische und islamische Länder (einschließlich derer, die diplomatische Beziehungen mit Israel haben) machte das Anti-Terrorbüro bekannt, dass auch in Afrika eine Gefahr von Anschlägen auf Juden besteht. Dort sind vor allem Geschäftsleute von israelischen Unternehmen gefährdet. Das Büro wies auf Organisationen wie Aal Shabab in Somalia, Boko Haram in Nigeria und Al-Qaida und den IS hin.

Von 193 Ländern in der Welt hat das Anti-Terrorbüro für 27 Länder eine Reisewarnung ausgesprochen, zudem rechtsverbindliche Reiseverbote für sechs Länder und acht Reisewarnungen für bestimmte Gegenden – also insgesamt 41 Warnungen und Verbote. Zu den gefährlichsten Regionen für Israelis zählen Kaschmir im Norden Indiens, der Süden Thailands, Tschetschenien in Russland und Nordnigeria.

Es wird erwartet, dass während der Feiertage rund 30.000 ultraorthodoxe Israelis nach Uman (Ukraine) fliegen, um das Grab von Rabbi Nachman von Breslov zu besuchen. Für die Ukraine wurde keine Reisewarnung herausgegeben. Hunderte ukrainische Polizisten werden dort auf Drängen der israelischen Behörden für die Sicherheit der Reisenden sorgen.

Foto: Moshe Shai (Flash 90)

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