Kommentar: Können wir eins in Mose werden?

Montag, 7. September 2015 |  Brian Hennessy

Die Erweckung, die in einem Christen stattfindet, der die hebräischen Wurzeln seines Glaubens entdeckt, ist ein faszinierendes Ereignis. Seine erste Reaktion ist, dass er sich total in Israel verliebt und ein neues Mitgefühl mit dem jüdischen Volk findet. Das führt dazu, dass er sich wundert, warum er früher so ahnungslos war – bis er lernt, welche Rolle die Ersatztheologie bei der Verdeckung dieser Wurzeln gespielt hat. Dies führt wiederum dazu, dass er sich fragt, was er sonst über seine Religion nicht gelernt hat.

Dann entdeckt er, dass die großen Feiertage seiner Religion wie Weihnachten, Ostern und der Sonntag eigentlich heidnische Feiertage sind. Und dass Jesus uns nie in Klerus und Laien aufgeteilt hat. Und uns nie gesagt hat, wir sollen Kirchen bauen. Und es dauert nicht lange, bis er seine Kirche verlässt und nach Gottesdiensten in der nächsten messianischen Gemeinde sucht.

Was mich jedoch dazu veranlasst hat, diesen Artikel zu schreiben, ist der nächste Schritt. Es gibt dann nämlich eine starke Versuchung zu denken, dass der beste Weg noch näher an die hebräischen Wurzeln zu gelangen, die Ausübung des Glaubens ist, den Jesus selbst gelebt hat, nämlich das mosaische Gesetz. Natürlich kann man ohne einen Tempel und die levitischen Priester nicht alle Gebote erfüllen, aber den Schabbat einhalten, koscher essen und andere Gesetze von Mose, die im 21. Jahrhundert möglich sind, kann man schon einhalten.

Aber ich muss fragen, ob Mose wirklich derjenige ist, der Christen und Juden zusammenbringen kann? Ist nicht das Gesetz genau die Institution, die uns auseinanderhielt? Lehrt die Schrift nicht, dass wir nur in Jeschua eins werden können? „Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe gebracht worden durch das Blut des Christus. Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat, indem er in seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, hinwegtat, um die zwei in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu stiften.“ (Eph. 2:13-15)

Als jemand, der selbst diesen Weg gegangen ist, kann ich das verwundbare Gefühl nachvollziehen, das mit der Aufgabe seiner Religion einhergeht. Man will schnell unter den Schutz einer anderen kommen. Aber wo heißt es im Neuen Testament, dass man eine Religion braucht? Judentum oder Christentum? Kam Jeschua nicht, um das mosaische Gesetz zu erfüllen und uns alle zu einem neuen Leben in Glauben zu führen?

Was wir oft vergessen ist, dass Gott Mose die Gesetze gab, bevor er Abraham als Rechtschaffen erklärte, weil er in seinem Glauben lebte. Glaube, oder das wahre Vertrauen in Gottes Stimme, ist die wahre „Religion“ Israels. Denn „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen“ (Heb. 11:6)

Ich glaube die größte Offenbarung, die aus der Wiederherstellung der jüdisch-christlichen Partnerschaft kommt, ist die Entdeckung, dass es die Religion war, die uns entzweit hat. Jede Seite dachte, dass Einheit und Heiligkeit nur durch die Beachtung ihrer Religion zu erreichen ist. Und wir liegen beide falsch.

Nur durch den Glauben an Jeschua und die Liebe kann wahre Einheit gefunden werden und die Versprechen eingehalten werden: „Denn nicht durch das Gesetz erhielt Abraham und sein Same die Verheißung, dass er Erbe der Welt sein solle, sondern durch die Gerechtigkeit des Glaubens.“ (Röm 4:13)

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