Israel feiert Laubhüttenfest: Erinnerung an Wüstenwanderung

Montag, 28. September 2015 |  IH-Redaktion

Mit dem Sonnenuntergang hat am Sonntag Sukkot begonnen, das siebentägige jüdische Laubhüttenfest. Es erinnert an die 40-jährige Wüstenwanderung zu Moses Zeiten, während der die Israeliten in Hütten wohnten. Im ganzen Land wurden Laubhütten aufgestellt und geschmückt, die Familie eingeladen, die Pläne für die freien Tage geschmiedet. In Israel gibt es während der Festwoche eine Vielzahl von Musik- und Kulturveranstaltungen.

Sukkot ist das letzte der drei in 2. Mose 34, 23 erwähnten Wallfahrtsfeste, die im Laufe eines Jahres gefeiert werden. Es ist ein großes Freudenfest. Vom Ursprung her ist Sukkot ein Erntedankfest (auch „Fest des Einsammelns“ genannt) und wird gefeiert, nachdem die Ernte vollständig eingebracht wurde.

Sukkot bedeutet „Hütten“, da das zentrale Gebot dieses Festes fordert, in provisorischen Hütten zu wohnen. Die Hütte muss unter freiem Himmel stehen. Ihr Dach besteht aus Ästen, Zweigen und Laub. Sie befindet sich entweder im Garten, auf dem Hof oder auch auf dem Balkon, Hauptsache unter freiem Himmel. Fromme Familien essen und übernachten auch manchmal in der Sukka. Das Wohnen in den einfachen Hütten soll daran erinnern, dass das Volk Israel Zeiten erlebte, in denen es als Nomadenvolk durch die Wüste zog und keine Ernte einbringen konnte. Der Mensch kann sich auf Materielles nicht verlassen – Gott hingegen ist unvergänglich, ihm kann vertraut werden.

Eine wichtige Rolle spielt der Feststrauß. Er besteht aus vier Pflanzenarten: einem Palmzweig (hebr. Lulaw), drei Myrtenzweigen (hebr. Hadassim), zwei Bachweidenzweigen (hebr. Arawot) und der Etrog (Zitronatzitrone). Diese „Vier Arten“ werden einmal täglich geschüttelt, außer am Schabbat, und der Feststrauß wird zu den Gottesdiensten mitgebracht.

In Israel ist der erste Sukkot-Tag ein voller Feiertag, die folgenden Festtage sind Halbfeiertage, an denen viele Geschäfte und Restaurants halbtags geöffnet haben. Am siebten Tag von Sukkot ist es Brauch, in der Synagoge siebenmal die Bima - das Podium zur Lesung der Tora - zu umrunden, wobei jedes Mal ein Bittgebet auf das neu begonnene Jahr gesprochen wird. Der achte Tag nach dem Beginn des Sukkotfestes (5. Oktober) ist ein selbständiger Festtag. Er wird Schemini Azeret (das Schlußfest) genannt. Gleichzeitig wird in Israel Simchat Tora gefeiert, der Tag der Torafreude.

Bild: eine Sukka (Laubhütte) im Jerusalemer Stadteil Nachlaot. Foto: Hadas Parush (Flash 90)

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