Rund 50.000 Juden beten gemeinsam an der Klagemauer

Mittwoch, 30. September 2015 |  IH-Redaktion

Um den priesterlichen Segen zu empfangen, sind heute rund 50.000 Menschen zur Westmauer („Klagemauer“) in die Jerusalemer Altstadt gekommen. Der Segen, auf Hebräisch Birkat HaCohanim genannt, wird zweimal im Jahr gespendet, während des Pessach- und des Laubhüttenfestes. An dem Ereignis nahmen die beiden Oberrabbiner Yitzhak Yosef und David Lau sowie der Rabbiner der Klagemauer, Schmuel Rabinovitch, teil.

Zum Priestersegen verhüllen Angehörige der biblischen Priesterkaste - typischerweise mit dem Familiennamen Cohen - ihre Häupter mit Gebetsschals und sprechen gemeinsam das Segensgebet. Juden aus Israel, der Diaspora und auch Touristen waren unter den Betenden. Die Massensegnung spenden die Priester an der Klagemauer regelmäßig seit dem Jom-Kippur-Krieg 1973.

Biblisch begründet ist der Segen in 4. Mose 6,23-27. Dort gebietet Gott dem Mose: „Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet: Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.“

Die Jerusalemer Polizei hat Tausende von Einsatzkräften in der Altstadt und auf den Zufahrtsstraßen postiert, um die Sicherheit der Beter zu garantieren. Sie befürchtet Gewaltakte von Palästinensern.

Am Dienstag war es erneut unruhig in Jerusalem, die Polizei ging gegen arabische Steinewerfer vor, die Juden attackiert hatten. Verhaftet wurden drei Kinder wegen Steinwürfen, sowie sieben Einwohner von Ostjerusalem wegen Störungen auf dem Tempelberg und drei Frauen, die Juden in der Jerusalemer Altstadt angegriffen hatten. Seit dem Neujahrsfest vor gut zwei Wochen wurden in Jerusalem 174 Personen wegen Gewaltakten festgenommen, teilte die Polizei mit.

Foto: Flash 90

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