Arabische Israelis treten in den Generalstreik

Dienstag, 20. Oktober 2015 |  IH-Redaktion

Die Bewohner des arabischen Jerusalemer Stadtteils Isawijah (Foto) haben für heute einen Generalstreik ausgerufen. Sie protestieren dagegen, dass drei von vier Zufahrten geschlossen und am vierten eine Kontrollstelle der israelischen Armee eingerichtet wurde. Deshalb bleiben heute Schulen und Geschäfte geschlossen. Ein neuer Terroranschlag wurde am Morgen aus der Nähe von Hebron gemeldet.

Dort wurde ein israelischer Soldat während der Bekämpfung von Unruhen von einem Terroristen mit einem Messer verletzt. Auf den Angreifer (24) wurde geschossen, er kam dabei ums Leben.

Anlass der jüngsten Entrüstung der Araber in Isawijah sind Berichte in arabischen Medien, wonach eine 65 Jahre alte Palästinenserin gestorben ist, nachdem sie Tränengas eingeatmet hatte. Isawijah hat rund 20.000 Einwohner und gilt als Krisenherd, der immer wieder Terroristen hervor bringt.

Unter den arabischen Parteien im israelischen Parlament gibt es Streit um die Haltung zu den jüngsten Terrorangriffen. Die Vereinigte Arabische Liste hatte den Terroranschlag auf den Busbahnhof von Beersheva vom vergangenen Sonntag in einer Erklärung offiziell verurteilt. Dies ging der Balad-Partei zu weit: Sie trage diese Erklärung nicht mit, erklärten die radikal anti-israelischen Abgeordneten. Der Vater des Terroropfers, ein Beduine, hatte öffentlich erklärt, sein Sohn sei von Israelis “hingerichtet“ worden.

Währenddessen meldet die Polizei einen Erfolg im Kampf gegen die aktuelle Terrorwelle: Im Haus eines Palästinensers in Hebron wurden Waffen und eine große Menge an Munition entdeckt. Der Hausbesitzer wurde festgenommen. Israelische Spezialeinheiten verhafteten zudem Hassan Yousef, einen der wichtigsten Hamas-Vertreter in den Palästinensergebieten. Dem 60-Jährigen wird vorgeworfen, arabische Jugendliche zu Terrorakten aufgefordert zu haben.

Die Terrorwelle hat nun auch Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr. Scandinavian Airlines hat die Streichung ihrer vier wöchentlichen Flüge zwischen Kopenhagen und Tel Aviv bekannt gegeben. Als Grund wird in einer Pressemitteilung die „politische Instabilität“ genannt.

Foto: Miriam Alster (Flash 90)

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