Heftiger Widerstand gegen Abriss einer Synagoge

Donnerstag, 5. November 2015 |  IH-Redaktion

Der Oberste Gerichtshof Israels hat angeordnet, dass eine Synagoge in Givat Ze'v (Foto) abgerissen werden muss, weil sie illegal auf privatem palästinensischen Land errichtet wurde. Dagegen regt sich nun heftiger Widerstand. Religiöse jüdische Jugendliche haben den Eingang der Synagoge blockiert. Bibelschüler halten sich im Innern auf und wollen die Synagoge offenbar nicht mehr verlassen. Die Außenwand des Obersten Gerichtshof wurde von Aktivisten besprüht: „Reißt keine Synagoge ab, wir wollen einen jüdischen Staat“, ist dort zu lesen.

Der Oberste Gerichtshof hat dem Staat eine Frist bis zum 17. November gesetzt, um die Synagoge abzubrechen. Auf Bitten der Polizei wurde die Frist nun verlängert. Dennoch muss der Abriss nach den Vorgaben der Richter noch in diesem Monat erfolgen.

Am Protest gegen den Synagogen-Abriss beteiligten sich Hunderte jüdischer Jugendlichen aus weiten Teilen von Judäa und Samaria. Einer der Aktivisten in der Synagoge, David Mamon, kritisierte gegenüber dem Nachrichtenportal ynetnews den Beschluss der Obersten Richter heftig: „Sie ignorieren uns einfach. … Wo soll ich beten? In der Al Aksa-Moschee?“ Andere Jugendliche erklärten, sie wollten keine Gewalt, würden die Synagoge aber auch nicht freiwillig räumen. Zudem warfen sie dem Staat eine Ungleichbehandlung vor: „Würden wir unter den selben Umständen über eine Moschee reden, würde das Urteil anders ausfallen.“ Zudem sei die Synagoge nicht neu errichtet worden, sie sei bereits mehr als zehn Jahre alt.

Die Polizei hatte gewarnt, dass ein Abriss der Synagoge zum jetzigen Zeitpunkt die Emotionen hochkochen lassen und die extreme Rechte stärken würde. Linksgerichtete Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Polizei dafür und forderten sie auf, geltendes Recht durchzusetzen.

Foto: Flash 90

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