Buena Vista Israel – Zehn jüdische Mütter aus Kuba besuchen Israel zum ersten Mal

Montag, 16. Mai 2016 |  Yossi Aloni

"Die kubanische Bevölkerung und die Regierung unterhalten sehr gute Beziehungen mit der örtlichen jüdischen Gemeinde und Fidel Castro war bei vielen jüdischen Feiern der Gemeinde anwesend, doch leider hat das kubanische Volk noch immer keinen freien Zugang zum Internet, wenn es um Informationen über Israel geht, muss man sich mit dem begnügen, was die kubanische Regierung bereit ist, zu veröffentlichen und die Regierung ist leider nicht besonders pro-israelisch eingestellt," das sagte Marlen Fernandez Borutu, 45, eine Rechtsanwältin aus Havanna, Kuba, nach ihrer Landung in Israel am Abend des Unabhängigkeitstag. Es ist ihr erster Besuch in Israel.

"Wir hoffen, dass die Versöhnung zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba auch den Weg zu einer Versöhnung mit Israel ebnen wird," sagte sie weiter. Fernandez Boruto ist Mutter von vier Kindern und sie besucht Israel im Rahmen einer historischen Delegation von zehn jüdischen Müttern aus Kuba, als Teil einer riesigen Delegation von 800 jüdischen Müttern aus zehn Ländern (Kuba, USA, Australien, Argentinien, Kanada, Chile, Deutschland, Mexiko, Panama und Südafrika), die in dieser Woche zu Besuch in Israel sind im Rahmen einer unvergesslichen Erlebnisreise zur Stärkung der Rolle der Frau. Die neuntägige Reise ist Teil eines gemeinsamen Projekts der JWRP Organistion (Jewish Women's Renaissance Project) aus Maryland, USA, und dem israelischen Ministerium für Diaspora unter dem Vorsitz von Minister Naftali Bennet, um die bedeutende Stellung der jüdischen Mutter in der Familie und ihren Gemeinden hevorzuheben.

"Zum ersten Mal nach Israel zu kommen und sich mit unseren Wurzeln zu verbinden und es mit unseren Freunden aus der Gemeinde zu teilen ist ein Wunder, was endlich geschehen ist," sagte Tamara Kelly Martino Zagallo aus Havanna, ein weiteres Mitglied der Delegation. "Ich bin zum ersten Mal in Israel und es ist wunderbar, wie in einem Traum! Dieser Besuch stärkt meine jüdische Identität. Meine Familie ist so stolz auf mich. Ich danke Gott und allen, die diesen Besuch ermöglicht haben," fügte Eliana Kario Chavez, eine weitere Teilnehmerin aus Havanna, hinzu.

In Kuba leben heute 1500 Juden, der grösste Teil von ihnen befindet sich in der Hauptstadt Havanna. Es gibt fünf Synagogen, drei davon in Havanna. Es gibt auch kleine Gebetshäuser im Land, wo sich die Juden zum Gebet treffen. "Unser Leben als Jude ist nicht anders als das Leben der anderen Kubaner, ausser dass wir vereinigt in der Gemeinde sind und die Beziehung zwischen den Gemeindemitgliedern sehr eng ist. Wir haben sehr viele Veranstaltungen in der Gemeinde, wie Treffen zum Hora tanzen, Sonntagsschule für die junge und alte Generation, wir haben eine Macabi-Jugendbewegung für die Jugendlichen, die bei uns sehr aktiv ist und eine wichtige Stellung einnimmt," erzählte Fernandez Boruto und sagte weiter: "Wir halten auch besondere jüdische Hochzeiten ab. Aber wir haben keinen offiziellen Rabbiner in Kuba. Seit 1992 haben wir einen Rabbiner aus Chile, der einmal im Monat nach Kuba kommt. Und dann veranstalten wir am Abend Hochzeiten in Gruppen."

Unter den Teilnehmerinnen befindet sich auch Lisette Louis, 42 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Sie ist eine Wissenschaftlerin, Mikrobiologin, aus Havanna. "Wir glauben, dass die Versöhnung zwischen den Vereinten Staaten und Kuba den Weg zum Beginn diplomatischer Beziehungen zwischen Kuba und Israel ebnen wird. Die gesamte Gemeinde wünscht sich das," sagte Louis.

Die Reise der Mütter durch Israel, vom Norden bis in den Süden, beinhaltet auch Veranstaltungen, die über die jüdische Geschichte und auch das moderne Israel lehren. Dabei sind auch israelische Mütter beteiligt, die sich mit den Teilnehmerinnen treffen und austauschen. "Man kann es nicht in genug Worte fassen, die Energie und Kraft von 800 jüdischen Müttern, ihre Lebenserfahrungen und Weisheit, die sie mit sich bringen," sagte Lori Palatnik, die Gründerin von JRWP. "Wir sagen immer, dass der letzte Tag dieses Erlebnisses in Israel auch der erste Tag der Fahrt ist, wir glauben, dass sie mit einem grösseren Gefühl der Verplichtung Israels gegenüber zu ihren Familien zurückkehren werden, mit jüdischen Werten und damit ihre Gemeinden verstärken werden."

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