Nach Rücktritt von Moshe Ja'alon – Jehuda Glick in der Knesset

Montag, 23. Mai 2016 |  Dov Eilon

Mit Inkrafttreten des Rücktritts von Moshe Ja'alon als Verteidigungsminister und Abgeordneter der Knesset, rückt die Nummer 33 auf der Liste der Likud-Partei nach, Jehuda Glick, um anstelle von Ja'alon das Mandat im Parlament zu übernehmen. Die Vereidigung des neuen Knesset-Abgeordneten soll am Mittwoch stattfinden.

Der in den USA geborene und als Kind nach Israel eingewanderte Rabbiner Jehuda Glick ist 51 Jahre alt, verheiratet und Vater von acht Kindern. Er ist bekannt als rechter Aktivist und Vorsitzender der Organisation HALIBA, die sich für das Recht der Juden einsetzt, den Tempelberg zu besuchen und dort beten zu dürfen, was ihnen untersagt ist. Glick befürwortet eine Öffnung des Tempelberges für alle, für Moslems, Juden, Christen und anderen. Er benutzte verschiedene Wege, das Verbot des Betens auf dem Tempelberg zu umgehen. So gab er vor, sich als Touristenführer mit Touristen zu unterhalten, tatsächlich aber sprach er mit ihnen ein Gebet. Daher wurde ihm oft von der Polizei untersagt, den Tempelberg zu betreten, da man fürchtete, es könnte von moslemischer Seite als Provokation angedehen werden. Glick hat nie nachgegeben und gewann mehr als einmal Prozesse gegen die Polizei, die vom Gericht zu Entschädigungszahlungen verurteilt wurde.

Am 29.Oktober 2014 wurde Jehuda Glick Opfer eines Anschlags, als ein Terrorist von einem Motorrad aus vier Schüsse auf ihn abgab und ihn dabei lebensgefährlich verletzte. Nach mehreren Operationen gelang es den Ärzten, sein Leben zu retten. Der dem Islamischen Dschihad zugehörige Terrorist kam am nächsten Tag bei Schusswechseln mit der Polizei ums Leben.

Nach einer längeren Pause begann Glick im März dieses Jahres wieder damit, den Tempelberg zu besuchen.

In einem Interview mit der Zeitung Jedioth Ahronot sprach er sein Bedauern über den Rücktritt Moshe Ja'alons aus. Er sei eine wichtige Persönlichkeit, der viel zur Sicherheit des Landes beigetragen habe. "Ich hoffe sehr, dass Ja'alon auch ausserhalb der Politik aktiv sein wird. Der Likud hat eine wichtige politische Kraft verloren. Gleichzeitig wünsche ich dem zukünftigen Verteidigungsminister Lieberman viel Erfolg." Glick hatte sich zuvor kritisch bezüglich der Ernennung Liebermans zum Verteidigungsminister ausgesprochen. Auf die Frage, ob er als Knesset-Abgeordneter den Tempelberg betreten werde antwortete er: "Das hoffe ich sehr. Ich bin für ein gemeinsames Betreten des Tempelberges von Juden und Moslems. Aber wenn Ministerpräsident Netanjahu mich darum bittet, den Tempelberg nicht zu betreten, dann werde ich es auch nicht tun."

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