Polizei empfiehlt Anklage gegen Sarah Netanjahu

Montag, 30. Mai 2016 |  NAI Redaktion

Die israelische Polizei hat gestern bekanntgegeben, dass sie die Untersuchungen bezüglich des Verdachts finanzieller Unregelmässigkeiten im privaten Wohnsitz des Ministerpräsidenten beendet hat. Nach der im Februar 2015 begonnenen Untersuchung gäbe es ausreichend Indizien, um die Ehefrau des Ministerpräsidenten anzuklagen, meldete die Polizei. Es gäbe Verdacht auf strafbare Handlungen, wie der Verdacht auf Betrug und Vertrauensbruch.

Sarah Netanjahu war im Dezember 2015 unter Vorbehalt von der Polizei verhört worden. Ihr wird vorgeworfen, öffentliche Mittel für private Zwecke benutzt zu haben. Unter anderem hätte sie Gartenmöbel aus dem offiziellen Sitz des Ministerpräsidenten entfernt und sie in den privaten Wohnsitz der Netanjahus, einer Villa in Caesarea, gebracht. Weiter wird sie beschuldigt, auf Staatskosten Chefkochs für private Ereignisse bestellt und eine Pflegerin für ihren alterskranken Vater beschäftigt zu haben.

In einem anderen Fall hätte sie einen Elektriker in ihr Privathaus bestellt, um Arbeiten für sie auszuführen, auf Kosten des Staates. Er wurde an Wochenenden bestellt, was die Rechnungen noch erhöhte und gegen die Anweisungen ist. Der Elektriker sei dem Bericht des israelischen Staatskontrolleurs zufolge innerhalb von drei Monaten an jedem Wochende in den privaten Wohnsitz bestellt worden, um Arbeiten auszuführen.

Als Reaktion auf die Affäre erschien auf der offiziellen Facebookseite des Miniterpräsidenten die Erklärung: "In der Meldung der Polizei ist keine Empfehlung zu finden, Sarah Netanjahu anzuklagen. Im Gegensatz zu den Meldungen hat Frau Netanjahu keine Straftaten begangen. Die Beschuldigungen in den Medien werden sich als haltlos erweisen, so wie es auch in früheren Anschuldigungen der Fall war."

Es ist nun Aufgabe der Staatsanwaltschaft zu entscheiden, ob die Ergebnisse der polizeilichen Untersuchung eine Anklage gegen Sarah Netanjahu rechtfertigen.

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.