“Warum bist Du von uns gegangen Vater? Was machen wir ohne Dich?”

Donnerstag, 8. September 2016 |  NAI Redaktion

“Warum bist Du von uns gegangen Vater? Was machen wir ohne Dich? Du hattest versprochen, dass Du bleibst bis Oron aus dem Krieg zurückkommt, aber Du hast dein Versprechen nicht gehalten, also komme zurück, Du hast es doch versprochen!"

Herzl Shaul, der Vater des für tot erklärten Soldaten Oron Shaul, ist am vergangenen Freitag im Alter von 54 Jahren verstorben. Er kämpfte zwei Jahre vergeblich für die Rückgabe der Leiche seines Sohnes, welche sich in den Händen der Hamas befindet. Auch nachdem vor einem Jahr seine Krebserkrankung entdeckt worden war, war dies kein Grund für ihn, die Operation „Bringt Oron zurück“ zu beenden. Doch diesen Kampf bezahlte er mit seinem Leben.

Einschneidend verschlechtert hat sich Herzls Zustand im Juli: Zur geplanten Protestaktion, die dazu dienen sollte, den Druck auf Israels Regierung zu erhöhen, nahmen weniger Bürger teil, als erwartet. Die fehlende Anteilnahme, auf welche die Eltern Orons hofften, brach das Vaterherz endgültig und der Krebs verbreitete sich im ganzen Körper, erklärte seine Ehefrau Zehava.

Sein Sohn Aviram wandte sich auf der Beerdigung an den Staatspräsidenten und den Ministerpräsident mit den Worten: „Mein Vater starb in Trauer und Reue. Er hat es bereut, dass er um seinen Sohn getrauert hat, nur weil er wegen eines Einschusslochs in seinem Helm und Blutflecken für tot erklärt worden war. Mein Vater wurde aufgefordert, die Trauerwoche zu beginnen, nur wegen dieses Fundes. Es steht außer Zweifel, dass dieses Dich, Vater, gebrochen hat.“

Esti Eliraz, unsere Reporterin, besuchte Familie Shaul in Poriya während der sieben Trauertage, um ihnen unser tiefstes Beileid und ein wenig Trost zu überbringen. Sie traf auf Dutzende Eltern, welche ihre Söhne im letzten Gazakrieg „Zuk Eitan“ verloren haben und den Schmerz über den Verlust der geliebten Kinder teilen. Dutzende Armeegeneräle, welche sich auch im Haus der Familie Shaul versammelten, beharrten darauf, dass Ministerpräsident Benjamin Netanjahu alles tun muss, um die Leiche des Sohnes Oron Shaul, der trauernden Mutter zurückzubringen.

Esti traf auch auf einen Vierbeiner mit gebrochenem Herzen: Kay, der geliebte Boxer von Oron Shaul, wartet bis heute auf sein vermisstes Herrchen. Seit zwei Jahren legt er sich jede Nacht trauernd vor das leere Zimmer von Oron.

Herzl Shaul, ließ am Sterbebett ein paar Stunden vor seinem Tod, seine beiden Söhne Ofek und Aviram ein Versprechen abgeben: Alles Erdenkliche zu tun, um Oron nach Hause zu bringen!

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